Diese "Tatsache" wird oft von Leuten verbreitet, die entsetzt sind über die heutige Bevölkerungsexplosion. Aber trotz des starken Wachstums: Die Zahl der Toten ist weit größer als die Zahl der Lebenden.

Das hat jedenfalls der Bevölkerungsforscher Herwig Birg von der Universität Bielefeld im Jahr 1990 ausgerechnet. Er nahm die in der Wissenschaft gängigen Zahlen für die Entwicklung der Weltbevölkerung, multiplizierte die Zahl jedes Jahres mit der ebenfalls geschätzten Geburtenrate (die nach seiner Ansicht bis zur Erfindung der Verhütungsmittel erstaunlich konstant war). Ergebnis: Bisher wurden 81 Milliarden Menschen geboren. Davon leben rund 6 Milliarden, 75 Milliarden sind tot. Von den Toten entfallen 40 Milliarden auf die Zeit nach Christi Geburt und 35 Milliarden auf die vielen Jahrtausende davor. Den Fehler seiner Rechnung schätzt Birg auf maximal 15 Prozent.

Es ist für diese Rechnung übrigens egal, wann man die Geburt des Homo sapiens ansetzt - die wenigen Tausend Menschen, die in der Steinzeit lebten, fallen kaum ins Gewicht. Christoph Drösser

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