Petersilie ist mal was Neues - bisher kannte ich nur Geschichten, in denen Sellerie, Ananas, Äpfeln und hart gekochten Eiern die "negativen Kalorien" nachgesagt wurden. Eine tolle

Diät, wenn es denn wahr wäre. Aber alle seriösen Ernährungswissenschaftler winken ab. Die Verdauung von 100 Kalorien (der volkstümliche Ausdruck für die mit kcal abgekürzte Kilokalorie) schlägt etwa mit 10 Kalorien zu Buche. "Leichtere" Nahrung hat zwar einen geringeren Brennwert, dafür muss der Körper aber auch nicht so viel tun, um sie zu verdauen. Trotzdem gibt es immer wieder Geschäftemacher, die von den "Minuskalorien" profitieren wollen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung warnt vor einem 50 Mark teuren Bändchen mit dem Titel Nahrungsmittel, die schlank machen - oder die negativen Kalorien. Während in der Werbung für das Buch noch davon die Rede ist, dass man weder seine Lebensweise ändern noch Diät halten müsse, um mit diesen Nahrungsmitteln abzunehmen, entpuppt sich das Buch selbst als eine Sammlung von Rezepten, die viel Obst und Gemüse und wenig Fett enthalten.

Wie viel Energie der Körper denn nun verbraucht, um die mageren sechs Kalorien einer Selleriestange zu verwerten, konnte mir allerdings auch kein Experte sagen. Anders als etwa beim Gehirn, bei dem eine "Leitung" hinein- und eine wieder herausführt, ist eine solche Bilanz beim Verdauungsapparat offenbar sehr schwierig. Trotzdem kann man davon ausgehen, dass das einzige "Nahrungsmittel", das wirklich Energie verbraucht, kaltes Wasser ist: Um einen Liter Eiswasser - das keinen Brennwert hat - auf eine Temperatur von 37 Grad zu bringen, benötigt der Körper 37 Kalorien. Christoph Drösser

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