Nein. Zecken zieht es gar nicht so hoch hinaus, und sie müssen auch keine komplizierten Flugbahnberechnungen anstellen. Tatsächlich sitzen sie meist in Gräsern und Büschen. Sie fallen ihre Opfer auch nicht an, sondern werden "im Vorbeigehen" mitgenommen.

Eigentlich will die Zecke dem Menschen nichts Böses, sie hat es nur auf ein paar Tropfen seines Blutes abgesehen. Gefährlich wird ihr Biss, weil sie uns gleich mit zwei schweren Krankheiten infizieren kann: mit der Meningoenzephalitis, einer Viruserkrankung, und der Lyme-Borreliose, die durch ein Bakterium übertragen wird.

Legenden ranken sich auch um die Art, wie man die festgebissene Zecke am besten entfernt. Falsch ist zum Beispiel der Tipp, das Tier durch einen Tropfen Öl zu betäuben. Das Spinnentier neigt nämlich dazu, sich dann regelrecht in der Wunde zu übergeben und mit seinem Mageninhalt auch die Krankheitserreger in unseren Körper zu bringen. Man sollte sie einfach herausziehen, möglichst mit einer Pinzette und möglichst ohne sie zu zerquetschen. Ob man sie dabei dreht und in welcher Richtung, ist ziemlich egal. Christoph Drösser

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