Es stimmt. Verantwortlich für diese unterschiedliche Wirkung ist die Tatsache, dass die Inhaltsstoffe des Tees unterschiedlich schnell aus den Blättern herausgelöst werden. Da ist zunächst das anregende Koffein. Das löst sich schnell im Wasser - bereits nach ein bis zwei Minuten ist der überwiegende Teil des Koffeins im Tee drin.

Für die beruhigende Wirkung von Tee sind die Gerbstoffe verantwortlich, so genannte Polyphenole, denen viele gesundheitsfördernde Eigenschaften zugeschrieben werden (sie sind zum Beispiel auch in Rotwein enthalten). Diese Gerbstoffe wirken nicht nur wohltuend auf den Magen, sondern sie binden auch Teile des Koffeins an sich. Es scheint so zu sein, "dass der an Gerbstoffe gebundene Koffeinanteil vom Körper nicht aufgenommen werden kann", so die Ernährungswissenschaftlerin Eva-Maria Schröder in einer Arbeit über die Wirkung des Koffeins im Tee. Diese Gerbstoffe werden langsamer aus den Teeblättern gelöst. Nach vier bis fünf Minuten Ziehzeit entfalten sie ihre volle beruhigende Wirkung. Als "Gegengift" zum Koffein wirkt auch die Aminosäure Theanin, die ebenfalls erst bei längerem Ziehenlassen in das Heißgetränk übergeht. Christoph Drösser

Beim grünen Tee ist die Zusammensetzung der Gerbstoffe eine andere als beim schwarzen, ansonsten gelten aber die gleichen Regeln.

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