Eigentlich braucht man gar nicht mehr fragen, wie die Vorbereitungen laufen. Ein paar Klicks genügen, um zu wissen: Er hat jetzt seinen Anzug, sie einen Friseur – die Hochzeitsplanung läuft.

Katharina Schmidt und Thorben Geyer sind Studenten, sie wollen heiraten und das zeigen sie in ihrem Blog sohochzeit.de. Sie haben ein eigenes Logo entworfen, haben eine Facebook-Fanpage und einen Twitter-Account. Ein digitales Fest auf allen Kanälen. 

Die Hochzeit feiern sie Ende Mai in Potsdam und Berlin, etwa 100 Freunde und Verwandte werden erwartet. "Wir haben mal auf der Deutschlandkarte geschaut, woher unsere Gäste anreisen werden. Die kommen wirklich von überall", sagt der 28-jährige Bräutigam. Nur an einem Ort kann das Paar alle auf einmal erreichen: "Fast alle unsere Gäste sind jung und eh im Internet unterwegs. Mit unserer Seite haben wir einen zentralen Anlaufpunkt geschaffen."

Das Motto des Paars: Keine halben Sachen. Wenn schon ein Blog, dann auch Social Media. Und alles in einheitlichem Stil, quasi mit eigenem Corporate Design. Sanfte Pastellfarben, von zartem Rosa bis zu ruhigem Braun zieren den digitalen Aufdruck und auch die gedruckten Hochzeitskarten. "Die Leute sollen sofort sehen: Da gibt es wieder Infos über die Hochzeit", erklärt Katharina Schmidt, 26 Jahre. Sie kümmert sich um Layout und Design, während ihr Verlobter das technische Mastermind ist.        

Diese klare Aufgabenteilung ermöglicht es den beiden, gleichzeitig zu bloggen und zu studieren. Geyer absolviert ein duales Studium beim Zoll, Schmidt schreibt ihre Masterarbeit in Geologie. Wenn es gerade einmal nicht um das Studium geht, bestimmt die Hochzeit auch das Leben als Paar. "Man hat wenig andere Themen", sagt Katharina. "Aber ich glaube, das ist auch ganz normal." Wenn das ganze Drumherum irgendwann zur Plicht geworden wäre, zur lästigen Aufgabe, gäbe es den Blog längst nicht mehr.

Seit neun Jahren sind sie ein Paar, und irgendwie war es selten eine ruhige Beziehung. Nach dem Abitur zogen beide aus Rüsselsheim nach Berlin, in die erste eigene Wohnung. In einer fremden Stadt, mit fremden Leuten. Für das Studium beim Zoll ist Thorben viel unterwegs, muss immer wieder für mehrere Monate nach Münster ziehen. Und als Geologin erkundet Katharina die Welt. "Wir hatten immer wieder Phasen, wo wir länger getrennt waren. Das haben wir aber alles durchgestanden", sagt sie.

Auch deshalb ist das Smartphone bei ihnen das wichtigste Instrument im Alltag. Termine abstimmen, Nachrichten schreiben, News lesen – alles läuft digital, und alles läuft dauerhaft. "Die Zukunft liegt eindeutig in der digitalen Welt. Deswegen ist es so spannend, zu sehen, wie sich alles entwickelt", sagt Thorben. Die beiden sind Menschen, die mit Pizza und Energy Drink vor dem Fernseher sitzen, wenn die große Firma mit dem Apfel mal wieder neue Produkte präsentiert. In ihrer Wohnung in Berlin sind ganze 17 Geräte dauerhaft in das W-Lan-Netzwerk eingeloggt. Vom Handy über Computer, Tablets, Drucker und Kameras.