Die SPD-Bundestagsfraktion erneuert ihren Vorschlag eines "Pakts für den wissenschaftlichen Nachwuchs". Unter anderem sollten damit 1000 Stellen geschaffen werden: Promovierte könnten sich auf Junior-Professuren bewerben, Habilitierte auf W2-Stellen, sagt Hochschulexpertin Simone Raatz. Wanka müsse nun zügig die Beratungen mit der Koalition sowie den Ländern aufnehmen, "um bis zum Sommer 2015 zu einem gemeinsamen Konzept zu kommen". Wanka wolle am 17. April in der GWK in konkrete Gespräche mit den Ländern eintreten, hieß es aus ihrem Ministerium.

Die CDU ist eher zurückhaltend

Die CDU-Fraktion gibt sich zurückhaltend. "Wenn der Bund sich engagiert, dann keinesfalls mit Dauerstellen", sagte Michael Kretschmer, stellvertretender Fraktionsvorsitzender für Bildung und Forschung. Es dürfe nicht um einen Einstieg in die Grundfinanzierung der Unis gehen. Kretschmer betont, Wankas Vorschlag sei nur ein Baustein der Maßnahmen für den wissenschaftlichen Nachwuchs. Auch bei der Reform des Zeitvertragsgesetzes gehe es voran. Damit sollen die teilweise unzumutbaren Befristungen eingedämmt werden, von der vor allem wissenschaftliche Mitarbeiter in der Promotionsphase betroffen sind.

Dreijahresverträge für MPG-Doktoranden

Klagen über Befristungen gab es in der Vergangenheit auch aus den Instituten der Max-Planck-Gesellschaft (MPG), einer der großen Wissenschaftsorganisationen. Zwar widerspricht die MPG den Beschwerden: "Prekäre Beschäftigungsverhältnisse hat es bei uns nie gegeben", sagt eine Sprecherin. Gleichwohl lag es bisher bei den Instituten, wie lange sie ihre Doktoranden anstellen. Das soll sich jetzt ändern: Alle Promovierenden erhalten künftig einen Vertrag über drei Jahre, der um zwölf Monate verlängert werden kann. Das kündigte MPG-Präsident Martin Stratmann am Mittwoch an: "Damit haben Doktoranden eine klare Perspektive für ihr Promotionsvorhaben."

Ihre Offensive für junge Forscher will sich die MPG 50 Millionen Euro jährlich kosten lassen, was einer Steigerung um 40 Prozent entspricht. Beendet werden soll auch eine Art Zweiklassengesellschaft unter den rund 5000 MPG-Doktoranden. 3000 bekommen Stipendien, nur 2000 sind mit einem "Fördervertrag" tatsächlich angestellt. Die Stipendiaten hatten den Nachteil, dass sie sich selber krankenversichern mussten, sie zahlten auch nicht in die Renten- und die Pflegeversicherung ein. Das führte regelmäßig zu Konflikten. Künftig werden nun alle Doktoranden mit einem Vertrag sozial abgesichert. Mit den neuen Bedingungen bleibe man "mit den internationalen Top-Einrichtungen konkurrenzfähig", erklärte Stratmann.

Prateek Mahalwar, Sprecher der MPG-Doktoranden, nennt die Entscheidung der MPG "historisch". Jetzt bleibe nur zu wünschen, dass auch die Karriereperspektiven nach der Promotion schnell verbessert werden.