Waren das noch Zeiten, als die Tageszeitungen vor Stellenangeboten nahezu überquollen. Momentan sieht es dagegen auf dem deutschen Arbeitsmarkt düster aus. Fast täglich treffen neue Hiobsbotschaften ein, hier Massenentlassungen, dort Insolvenzen, Arbeitnehmer bangen um ihre Jobs. Was aber ist mit jenen, die bereits auf der Straße sitzen?

Traumjob anvisieren - Trotz der düsteren Aussichten: Arbeitssuchende sollten sich nicht nur die Frage stellen, wie sie einen Job finden, sondern auch grundsätzlich überlegen, ob der alte Job oder die bisherige Qualifikation eigentlich das richtige war. Unter Umständen erhöhen sich die Chancen bei der Jobsuche, wenn sich plötzlich neue Berufsziele und damit auch Perspektiven eröffnen.

Was kann ich? Was will ich? Diese Fragen helfen, eigene Stärken und Schwächen herauszufinden und das Wunscharbeitsumfeld zu beschreiben (zum Beispiel: Der Beruf sollte nur bedingt mit Kunden zu tun haben, gelegentliche Außentermine sind okay, eine harmonische Arbeitsatmosphäre ist entscheidend). Dann stellen sich die Fragen: Welcher Beruf passt zu mir? Wie komme ich an meinen Wunsch-Job?

Welcher Beruf passt zu mir? - Nach der Selbstanalyse sollte dem Jobsuchenden klar sein, in welcher Branche er arbeiten möchte. Anschließend muss er seine Wunschvorstellungen zu einem konkreten Berufsbild verdichten. Wichtige Informationen wie Ausbildungs- und Tätigkeitsbeschreibungen finden sich auf der Homepage des Arbeitsamtes. Unter Umständen lohnt sich auch ein Blick auf die Homepage des jeweiligen Branchenverbandes oder auf die Informationsportale von Bund und Ländern (siehe unten).

Keine noch so gute Publikation kann aber Informationen aus erster Hand ersetzen: "Sprechen Sie mit jemandem aus der Branche, die sie interessiert", rät Madeleine Leitner, Karriereexpertin aus München. "Finden Sie gemeinsam heraus, wie die Position heißen könnte, die Sie interessiert und für die Sie sich qualifiziert fühlen. Anschließend erkundigen Sie sich nach Details: Arbeitsabläufe, Jobaussichten, Gehalt, etc."

Es lohnt zudem, sich selbst ein Bild von den Arbeitsmöglichkeiten vor Ort zu machen, falls das möglich ist. Ein Praktikum hat den Vorteil, dass es außer der Informationsvermittlung über die Wunschbranche oder den Wunschberuf die Möglichkeit bietet, Kontakte zu knüpfen und konkrete Berufserfahrung zu sammeln. Ist ein Praktikum nicht möglich, reicht vielleicht schon ein Spaziergang, um sich Inspiration zu holen. Beispiel: "Wenn Sie nur wissen, dass Sie einen Beruf haben wollen, der mit Flüssen zu tun hat, dann spazieren Sie einfach mal einen Fluss entlang und halten Sie die Augen dabei offen", sagt die studierte Diplompsychologin Leitner. Im besten Fall inspiriere der Anblick von Hotels, Rollerbladern, Dampfschiffen, Wasserpolizisten und Eisverkäufern zu einem konkreten Berufswunsch.

Wie finde ich meinen Traum-Job? - Wer einen Job sucht, muss heutzutage bereit sein mehr zu tun als nur in die Zeitung oder in das Internet zu gucken. Zum einen ist die Auswahl dünn. Zum anderen ist die Konkurrenz groß: "Nicht selten bewerben sich 800 Jobsuchende auf eine Anzeige", schätzt Leitner. Selbst für gute Kandidaten wird es da eng.