Der alte Campus der Universität Zypern sieht aus wie eine ehemalige Missionarschule – zweistöckige, weiß gekalkte Bauten mit roten Dächern, die sich um eine gepflegte Rasenfläche gruppieren. Kaum mehr als 3.000 Studierende werden hier und auf dem modernen Campus am Stadtrand von rund 200 Hochschullehrern betreut – es geht fast familiär zu.

Harvard des Ostens

Erst 1992 hat die Universität ihre Pforten geöffnet, seitdem steigt die Zahl der Studiengänge, der Hochschullehrer und der Studierenden ständig. Während an vielen deutschen Universitäten das Angebot verkleinert wird, ist man im griechischen Teil Zyperns auf Expansionskurs. Inzwischen ist der alte Campus im Zentrum der Hauptstadt Nikosia zu klein geworden. Die Naturwissenschaften sind bereits an den Stadtrand umgezogen; bis 2008/2009 werden nach und nach die anderen Fakultäten folgen. „Geld und Ambitionen sind vorhanden, die Aufbruchstimmung ist spürbar. Das macht gute Laune – immerhin hat sich die Universität vorgenommen, das Harvard des Ostens zu werden“, sagt Dirk Sangmeister, der als DAAD-Lektor seit knapp zwei Jahren auf Zypern lebt. An der Universität unterrichtet er Deutsch als Fremdsprache und gibt Seminare über deutsche Geschichte, Literatur und Kultur.

Griechisch ist Pflicht

Mit Englisch kann man sich in der ehemaligen britischen Kronkolonie überall gut verständigen. Wer ernsthaft studieren möchte, sollte mindestens Griechisch sprechen – Seminare und Vorlesungen laufen in der Landessprache; Hausarbeiten können nach Absprache auf Englisch geschrieben werden. „Die Hochschullehrer sind entgegenkommend und flexibel“, sagt Dirk Sangmeister. Viele stammen selbst aus dem Ausland, denn die Universität legt Wert auf Internationalität und Qualität. Nur einzelne Kurse, etwa im Fach Business Administration, werden auf Englisch angeboten.

Die kostenlosen Griechisch-Sprachkurse starten im August, vier Wochen vor Beginn des Wintersemesters Anfang September. Für Deutsche ist das der beste Zeitpunkt einzusteigen, denn das zypriotische Sommersemester beginnt schon Mitte Januar, wenn hierzulande noch das Wintersemester im vollen Gange ist.

Scharnier zwischen Okzident und Orient