"Mehr Luft!" könnten die letzten Worte eines Bachelor-Studenten lauten, bevor er mit rot angelaufenem Kopf auf den Seminartisch sinkt – erstickt an seinem vollgepackten Stundenplan und den nicht enden wollenden Prüfungen. Die Kultusminister haben jetzt die Fenster der Unis aufgerissen, um den Kandidaten wiederzubeleben.

Nicht, indem sie revolutionäre neue Beschlüsse gefasst haben. Vielmehr reden sie einfach Klartext mit den für die Studiengänge Verantwortlichen: Nein, anders als von manchen Uni-Präsidenten behauptet, darf ein Bachelor-Studium (seit jeher) keinesfalls nur sechs Semester dauern, sondern durchaus auch sieben oder acht!

Ja, Freiräume für Auslandssemester oder Praktika sind politisch hoch erwünscht, sogar zwingend einzuplanen. Und, ja, auch die Anerkennung von an anderen Unis erbrachten Leistungen ist großzügig zu gewähren! Nein, anders als in vielen Studiengängen praktiziert muss keineswegs jeder einzelne Kurs abgeprüft werden!

Schon wegen dieser Klarstellung haben sich die Nächte mit dem Schlafsack im Hörsaal, die Straßenblockaden und die vielen Demos für die streikenden Studierenden gelohnt. Der Protest hat bewirkt, dass die Akteure fortan gezwungen sind, dem wirklichen Geist von Bologna zu folgen. Die Professoren, die die Studiengänge planen, die Akkreditierungsagenturen, die sie mit einem Gütesiegel versehen, die Wissenschaftspolitiker – sie alle können sich jetzt nicht mehr aufeinander herausreden und aus Studierenden Stopfgänse machen.