ZEIT ONLINE: Herr Pagany, Sie sind seit dem 1. Januar 2010 Vizepräsident der privaten Zeppelin University (ZU) und damit Deutschlands erster Student, der einem universitären Präsidium angehört. Was haben Sie in den ersten anderthalb Wochen erlebt? Wie war der Einstieg?

Simon Pagany: In der ersten Woche habe ich erst einmal viele Interviews geben dürfen, so dass die eigentliche Arbeit erst in der zweiten Amtswoche beginnen konnte. Ich habe die Erstsemesterstudenten begrüßt und an der ersten Präsidiumssitzung des neuen Jahres teilgenommen. Aber es ist alles noch im Werden, es geht jetzt erst richtig los.

ZEIT ONLINE: Sind Ihre Aufgaben bereits klar definiert?

Pagany: Nein. Der Posten wurde neu geschaffen, und es werden noch einige Diskussionen folgen, bevor sich die genauen Aufgaben ergeben. Wir werden sicher erst einmal etwas experimentieren.

ZEIT ONLINE: Sie sind in diesem Jahr für zwei Semester beurlaubt, damit Sie das Amt des Vizepräsidenten in Vollzeit ausüben können. Was war Ihre Motivation, für das Amt zu kandidieren?

Pagany: Ich interessiere mich für die Strukturen und Vorgänge an Universitäten. Schon während meines Sozialpädagogik-Studiums in Eichstätt war ich studentischer Vertreter in der Fakultät. An der ZU saß ich im Prüfungsausschuss für Master-Studenten. Die Chance, nun direkt im Präsidium mitwirken zu können, hat mich gereizt. Zunächst war ich allerdings skeptisch. Der studentische Vizepräsident wird vom Präsidium berufen und ist somit kein gewählter Repräsentant der Studierenden. Diese wichtige Funktion wird weiterhin durch die studentischen Senatoren ausgeübt. Ich denke aber, dass ich die studentische Perspektive durch die Arbeit in der Universitätsleitung gut einbringen kann.

ZEIT ONLINE: Wie verlief der Bewerbungsprozess?

Pagany: Das Präsidium hat die Stelle über einen Newsletter ausgeschrieben. Es konnten sich sowohl Bachelor- als auch Master-Studenten der ZU bewerben. Am Ende eines dreistufigen Bewerbungsverfahrens mit mehreren Einzelgesprächen hat das Präsidium dem Stiftungsvorstand meine Berufung vorgeschlagen.

ZEIT ONLINE: Was glauben Sie, warum Sie sich am Ende durchgesetzt haben?

Pagany: Ich bringe wohl eine recht interessante Mischung mit. Ich habe bereits ein Studium in Eichstätt absolviert und bin erfahren in der Arbeit in universitären Gremien. In dieser Position muss man einen Spagat machen zwischen Studentenleben und Hochschulführung. Ich denke, dass ich die nötige Ausgewogenheit mitbringe.