ZEIT ONLINE : Die hessische Wissenschaftsministerin Eva Kühne–Hörmann hat sich dafür ausgesprochen, für die Islamlehrer- und Imam-Ausbildung den Unis Gießen und Marburg den Vorzug vor Frankfurt zu geben. Rechnen Sie sich noch Chancen aus auf die Förderung durch den Bund?

Matthias Lutz–Bachmann : Es ist richtig, dass das Land Hessen derzeit nicht Frankfurt, sondern Marburg favorisiert. Das hat meiner Meinung nach regionalpolitische Gründe und ist nicht sachlich begründet. Wir akzeptieren das daher auch nicht. Wir werden uns im Januar im Rahmen der zweiten Bewerbungsrunde um die Mittel bemühen.

ZEIT ONLINE : Ungeachtet der Diskussion hat die Uni Frankfurt als erste zum Wintersemester den Bachelor-Studiengang "Islamische Studien" eingeführt.

Lutz–Bachmann : Wir haben unsere Pläne für den Studiengang unabhängig von den Empfehlungen des Wissenschaftsrates schon vorher gemacht und nur geringfügig angepasst. Unabhängig vom Bund sind wir durch unsere Stiftungsprofessoren in der Lage, den Studiengang jetzt zu starten und ihn dann später regulär zu finanzieren. Etwa hundert Studenten haben sich eingeschrieben, weit mehr als wir erwartet hatten.

ZEIT ONLINE : Islamstudien sind ein Thema, mit dem sich derzeit einige Unis profilieren wollen. Wie erklären sie sich den regelrechten Wettlauf einiger Hochschulen bei einem Fachgebiet, das vor einiger Zeit kaum jemanden interessiert hat?

Lutz–Bachmann : Zum einen geht es einfach um Geld. Außerdem wollen die Hochschulen – auch im Hinblick auf die Exzellenzinitiative – Profile erlangen, die die anderen nicht haben. Diese Unis wollen eben Akzente setzen und zeigen, dass die Geisteswissenschaften auch etwas bieten können. Und der Islam ist derzeit ein Bereich, der hohe gesellschaftliche Aufmerksamkeit hat.

ZEIT ONLINE : Was sind Inhalte und Schwerpunkte des Studiengangs an der Uni Frankfurt?