Auma Obama, die Schwester des US-Präsidenten, schüttelt entschieden den Kopf. "Ich kann nicht verstehen, dass das größte Bundesland Deutschlands seine Kollegs für ausländische Studienbewerber geschlossen hat." Ein Bonner Lehrer, der ihre Autobiografie gelesen hatte, sprach sie bei ihrem Deutschlandbesuch im vergangenen Dezember an. Die gebürtige Kenianerin antwortete aus eigener Erfahrung. Sie war selbst einmal Kollegiatin, um sich "sprachlich und fachlich aufs Studium vorzubereiten". Das war 1980 in Saarbrücken. Später hat Obama als Germanistin ihren Doktor in Bayreuth gemacht.

Die im Mai 2010 abgewählte NRW-Landesregierung von CDU und FDP hat den vor allem für Bewerber aus Entwicklungsländern traditionellen Studienzugang aufgehoben. Dagegen vereinbarten die neuen Regierungsparteien SPD und Grüne in ihrem Koalitionsvertrag, "das Auslaufen der Studienkollegs zu stoppen". Aber schon ein paar Wochen später bestätigte ein Regierungssprecher: "Die Auflösung ist abgeschlossen." Verbesserungsvorschläge aus dem Kreis des Vereins zur Wiedereinführung von Studienkollegs in NRW blieben folgenlos.

Seither erklärt das Wissenschaftsministerium litaneiartig, zuletzt noch vergangene Woche: "Wir arbeiten an einem modernen Konzept einer strukturierten Studieneingangsphase und werden mit den Hochschulen darüber sprechen." Doch noch ist es nicht soweit. Vielmehr rühmt Wissenschaftsministerin Svenja Schulze den Erfolg eines angeblichen Elite-Programms, das die Vorgängerregierung mit Abschaffung der Studienkollegs auflegte. Es wird jetzt bis Ende 2013 verlängert. Danach können bis zu 15 Bewerber an jeder Hochschule Stipendien für zehnmonatige Vorbereitungskurse erhalten. Außerdem gibt es Stipendien für Bachelor- und Master-Studenten aus Schwellen- und Entwicklungsländern, mit 750 beziehungsweise 850 Euro im Monat.

Die insgesamt 5000 Euro Stütze für "hochqualifizierte internationale Studienbewerber" im Vorkurs sind allerdings witzlos. Denn genau so viel kostet beispielsweise die Prep(eration) Class an der FH Köln. Demgegenüber sind die Studienkollegs in anderen Bundesländern gratis. Aber auch bei Abschaffung der Studienbeiträge an Rhein und Ruhr sollen die Prep-Gebühren laut Gesetzentwurf weiterhin bestehen bleiben.