Die Polizei in Ankara hat einen Marsch der Studenten zur Zentrale der Regierungspartei AKP von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan verhindert. Mit Wasserwerfern und Reizgas gingen die Beamten in der Hauptstadt gegen rund 500 linksgerichtete Studenten an der Technischen Nahost-Universität vor.

Mehrere Polizisten blockierten die Tore der Universität, um die Studierenden zu hindern, das Universitätsgelände zu verlassen. Daraufhin bewarfen die Demonstranten die Polizisten mit Steinen und Plastikflaschen. Ein Kameramann wurde von einem Stein am Kopf getroffen. "Wir rebellieren" stand auf den Transparenten, die die Demonstranten hoch hielten.

Der Protest der Studierenden richtete sich gegen die drohende Privatisierung der Universitäten. Außerdem protestierten sie gegen gewalttätige Einsätze der Polizei bei früheren Demonstrationen.

Bereits im Dezember waren Polizisten mit großer Härte gegen demonstrierende Studenten in Istanbul vorgegangen; damals erlitt eine junge Frau nach Schlägen und Tritten von Beamten eine Fehlgeburt. Erdoğan zog anschließend den Zorn der Studenten auf sich, indem er die Polizeiaktion verteidigte, den Studenten Verbindungen zu extremistischen Gruppen vorwarf und die Medien wegen der Berichterstattung über den Polizei-Einsatz kritisierte.