Förderung wissenschaftlicher Mitarbeitern 

Das Wissenschaftszeitvertragsgesetz steht in der Kritik: Neun von zehn Wissenschaftlern haben nur einen befristeten Arbeitsvertrag. Mehr als die Hälfte dieser Verträge haben eine Laufzeit von unter einem Jahr. Experten warnen davor, dass dies langfristig zu einem Verlust qualifizierter Forscher führt.

Die SPD, die Grünen und die Piratenpartei wollen Mindestlaufzeiten für die Wissenschaftsverträge vorschreiben. Die SPD und die Grünen wollen, dass die Tarifsperre gestrichen und die Betreuungsvereinbarungen von Promovierenden verbessert werden. Es soll eine weitere Personalkategorie unter der Professur geschaffen werden, ähnlich wie die des Lecturer. Zudem wollen die Parteien Geld zur Verfügung stellen, um mindestens 2.500 zusätzliche Professuren bis 2020 und 1.000 Juniorprofessuren bis 2015 zu schaffen. 

Die CDU und die FDP planen keine konkrete Änderung im Wissenschaftszeitvertragsgesetz. Die Forschungs- und Wissenschaftsorganisationen sollen die Situation der wissenschaftlichen Mitarbeiter mit dem Geld verbessern, das sie durch den Pakt für Forschung und Innovation erhalten. Die FDP will einen Vertrag, der eine "den Fachkräften angemessene" Bezahlung ermöglicht.

Die Linke will die Einrichtung von unbefristeten Stellen mit einem Anreizprogramm durch den Bund fördern. 100.000 neue Stellen sollen so entstehen, die vom Bund jeweils zwei Jahre mit 10.000 Euro jährlich bezuschusst werden. Dies würde nach Schätzungen der Linken rund 100 Millionen Euro jährlich kosten.

Frauenquote in der Wissenschaft

Frauen sind in der Wissenschaft in der Minderheit. Seit 2007 gibt es das sogenannte Professorinnenprogramm. Universitäten, die ein Gleichstellungskonzept einreichen, erhalten für drei Berufungen von Frauen eine jährliche Förderung von 150.000 Euro für die ersten fünf Jahre. Trotzdem ist nur jede fünfte Professur von einer Frau besetzt. Vor zwei Jahren hat die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz deshalb beschlossen, Zielquoten für den Frauenanteil nach dem Kaskadenmodell einzuführen. In diesem Modell, das grundsätzlich von allen Parteien unterstützt wird, wird der Frauenteil einer Karrierestufe in Relation zur vorhergehenden Karrierestufe gemessen. 2009 waren beispielsweise mehr als die Hälfte aller Bachelorabsolventen weiblich. Der Frauenanteil nimmt aber über die Karrierestufen hinweg rapide ab.

Die Linke und die Grünen wollen, dass auf jeder universitären Karrierestufe ein Mindestanteil von 50 Prozent Frauen erreicht wird. Einen Zeitpunkt nennen sie dafür nicht.

Die SPD strebt einen Frauenanteil von 40 Prozent in wissenschaftlichen Führungsgremien an. Auch die SPD nennt dafür keinen konkreten Zeitpunkt.

Die CDU und die FDP sehen von einem Quotenmodell ab. Sie wollen eine Steigerung durch das Professorinnenprogramm und das Kaskadenmodell erreichen.

Die Piratenpartei will neben der Weiterentwicklung des Gleichstellungsgesetzes ein anonymes Bewerbungsverfahren an der Universität einführen.