Vielerorts klagen Studenten über volle Hörsäle. Aber nicht überall: In manchen Fächern kann man die Studenten an einer Hand abzählen. Wir stellen vier dieser Mini-Studiengänge vor: Byzantinistik in Münster, Frisistik in Kiel, Moderne Indienstudien in Göttingen und Kaukasiologie in Jena.

Byzantinistik und Christliche Archäologie

Bereits seit 1964 kann man an der Universität Münster die Geschichte des Byzantinischen Reiches studieren; seit 2010 in Form des Master-Studiengangs Byzantinistik und Christliche Archäologie. Pro Semester schreiben sich ein bis zwei Studenten ein. Zwar gibt es mehr Bewerber, aber nicht jeder erfüllt die Aufnahmevoraussetzungen. Wer Byzantinistik studieren möchte, sollte Alt- oder Neugriechisch sowie eine romanische oder slawische Sprache beherrschen.

Die Professoren Michael Grünbart aus Österreich und Georgios Makris aus Griechenland wissen den Luxus eines Mini-Studiengangs zu schätzen – und zu nutzen: Letztes Jahr besuchten sie mit ihren Studenten eine Ausstellung in London und fuhren mit dem Kleinbus durch Griechenland, um Monumente aus byzantinischer Zeit zu besichtigen. Jeden Januar wird feierlich der griechische Neujahreskuchen angeschnitten, den Professor Makris aus seiner Heimat mitbringt. Und im Sommer spendiert Professor Grünbart nach der Vorlesung regelmäßig eine Runde Käsekrainer-Grillwurst.

Doch das hat wohl bald ein Ende. Im Herbst 2014 soll der Studiengang auslaufen und das Fach nur noch als Spezialfach für andere historische Wissenschaften auftauchen. Begründung: Der Master ziehe zu wenig Studenten an. Michael Grünbart sieht das anders. In einigen der Vorlesungen säßen bis zu 100 Studenten, die Byzantinistik als Wahlmodul besuchen, sagt er. Die tauchten in der Statistik aber nicht auf.