ZEIT ONLINE: Bibliotheken sind voll mit Marketing-Bücher. Sie haben im vergangenen Frühjahr ein weiteres geschrieben. Warum?

Markus Voeth: Früher habe ich drei oder vier Lehrbücher parallel empfohlen, da meine Vorlesungsinhalte nicht vollständig durch ein einzelnes Lehrbuch abgedeckt wurden. Die Studenten haben immer wieder gesagt, dass sie es besser finden würden, wenn es ein Lehrbuch zu meiner Veranstaltung gebe. Sie wollten nicht mehrere Literaturquellen nutzen müssen. Das war der Grund, warum wir dieses Lehrbuch vorgelegt haben. Jetzt verweise ich in der Vorlesung natürlich auf unser Buch. Daneben stellen wir aber auch eine Literaturliste zur Verfügung. Selbstverständlich können sich Studierende auch anhand der dort ausgewiesenen Bücher auf die Prüfungen vorbereiten.


ZEIT ONLINE: Sie sind in unserer Umfrage trotzdem einer der meist genannten Professoren. Überrascht Sie die Verärgerung mancher Studenten?

Voeth: Nein. Ich habe mir schon vor der Veröffentlichung gedacht, dass es einzelne Studenten gibt, die meine Intention falsch verstehen. Insgesamt nehmen aber an der Vorlesung mehr als 800 Studierende teil. Aus unseren Evaluationen wissen wir, dass es der weit überwiegende Teil der Studierenden sehr schätzt, dass es nun ein Lehrbuch von uns zur Veranstaltung gibt.

ZEIT ONLINE: Zu ihrem Buch gehört eine Plattform, zu der man über einen einmaligen Code Zugang erhält. Wieso eine solche Beschränkung?

Voeth: Die Plattform ist ein Zusatzangebot für Buchkäufer. Wir haben gemeinsam mit dem Verlag dieses Tool entwickelt und programmieren lassen, um das Buch attraktiver zu machen.

ZEIT ONLINE: Die Studenten sagen, dass sie nur so die Klausur bestehen können.

Voeth: Das ist natürlich nicht richtig. Wir haben immer darauf hingewiesen, dass die Plattform nur ein optionales Zusatzangebot ist.

ZEIT ONLINE: Die Studenten sagen: 40 Euro geht nur, wenn ich das Buch weiterverkaufen kann. Wegen des Codes gehe das aber nicht.  

Voeth: Das glaube ich nicht. Vergleichbare BWL-Bücher kosten alle so viel. Die lassen sich doch offenbar auch verkaufen – obwohl sie keine solche Zusatzdienstleistung wie unser Buch bieten. 

ZEIT ONLINE: Es ist eine Dienstleistung, für die die Studenten zahlen müssen. Wieso stellen Sie das Buch nicht kostenlos als Skript zur Verfügung?

Voeth: Ich veröffentliche Bücher über Verlage, da sie mich beraten, das Manuskript überarbeiten, anschließend in ein entsprechendes Format bringen und dafür sorgen, dass die Bücher auch außerhalb meiner Universität gelesen werden können. Ein Aufwand, den wir selbst nicht leisten können. Das Buch kostet 40 Euro. Davon bekommen wir pro Buch 2,40 Euro brutto vor Steuern. Angesichts der mehrjährigen Arbeit, die in einem solchen Buch steckt, ist das ökonomisch kein interessantes Geschäft. Ich mache das in erster Linie für meine Studierenden.