Debbie Time hatte sich das Studium an einer anderen Hochschule in den Vereinigten Staaten nicht leisten können, ohne einen Kredit aufzunehmen. An privaten Hochschulen müssen Studenten jedes Jahr mehrere Zehntausend Dollar an Gebühren zahlen. Die 48-jährige Amerikanerin sagt, sie möge die Art zu lernen, alleine, mit viel Selbstdisziplin. In der Schule habe sie schon Schwierigkeiten gehabt, den ganzen Tag in der Klasse zu sitzen und einer Person zuzuhören. "Das hat mich verrückt gemacht", sagt sie. 

Es ist Mittagszeit, sie sitzt in ihrem Büro in Florida, von da möchte sie eigentlich weg, so schnell wie möglich. Sie träumt von einem eigenen, kleinen Schmuckgeschäft. Ja, sagt Debbie Time, natürlich sei das anstrengend, nach der Arbeit: "Aber wenn du in dich selber investierst, wirst du etwas Wundervolles zurückbekommen."

Wie nachhaltig ist die Non-Profit-Uni?

Für sie war das Studium an der University of the People wie für Ali Patrik Eid noch komplett kostenlos, mittlerweile fallen eine Gebühr für die Bewerbung an, zwischen zehn und 50 Dollar, je nach Herkunftsland. Und auch für die Klausuren müssen die Studenten einen Beitrag zahlen. Studiengebühren soll es weiterhin nicht geben. Doch ein junger Mann aus Somalia fragt auf der Facebook-Seite der Universität, was er tun solle, er könne sich das Geld für die Bewerbung nicht leisten. Für diesen Fall hat die Universität Stipendien vorgesehen, der Software-Konzern Microsoft sponsert 1.000 afrikanische Studenten

Und doch ist die Zukunft der Universität ungewiss. Gründer Shai Reshef will expandieren nach der Akkreditierung. Bis 2016 erwartet er 5.000 Studenten, auch über neue Abschlüsse denke die Universität nach, erklären Mitarbeiter auf Facebook. Aber Kritiker haben Zweifel, wie nachhaltig die Idee ist. Zurzeit finanziert sich die Hochschule zum einen über die Millionen von Reshef, zum anderen über Spenden von Stiftungen.

Die meisten Mitarbeiter arbeiten ehrenamtlich, die Professoren kommen teils von renommierten Institutionen wie der Columbia University oder der New York University. Einer der Dekane zitiert im amerikanischen Radiosender NPR Shai Reshef mit den Worten: "Wir sind nicht die Zukunft der Universitäten, wir sind der letzte Ausweg."