"Jeder, der sich bewirbt, ist willkommen", sagt Marie Bonkowski vom AStA. Das Werk soll ein feministischer Erotikkalender werden, am liebsten sowohl ein Exemplar für Männer und eins für Frauen. "Die Nacktheit steht nicht im Vordergrund, sondern die Motivation. Wir müssen etwas tun, wenn immer nur demonstrieren nichts mehr bringt", sagt Bonkowski.   

Marode Treppen, ästhetische Bilder

Die Models sollen vor heruntergekommen Gebäuden posieren, um einen Bezug zur finanziellen Notlage der Hochschule zu wahren. Oder vor Instituten, die geschlossen werden könnten. "Wir haben eine marode Anglistik-Treppe, die kennt jeder. Da warnt extra ein Schild davor, dass mehr als drei Menschen nicht gleichzeitig auf dieser Treppe stehen dürfen, sonst kracht sie vielleicht zusammen. Das wäre zum Beispiel eine optimale Kulisse", sagt Björn Wieland von der PARTEI. Der Hintergrund ist zwar verranzt, die Bilder aber sollen hochwertig, intelligent und ästhetisch sein.  

Im Oktober wollen die Studenten den frisch gedruckten Kalender an die Erstsemester verkaufen. "Die sollen auch gleich mitkriegen, was hier los ist", sagt Wieland. "Und dann natürlich auch schon fleißig Geld dafür ausgeben."    

Nackte Protestfotos werden die Uni nicht in Wohlstand hüllen. Was zählt, sei der symbolische Akt. "Uns ist klar, dass wir mit dem Verkauf des Kalenders keine Millionen verdienen", sagt Model Marc Benedict. "Aber wir wollen die Studis und die Öffentlichkeit wachrütteln, in welcher finanziellen Notlage sich die Uni befindet." Er ist 19 Jahre alt und einer der Ersten, die sich gemeldet haben. Benedict studiert Jura im zweiten Semester, sein Fachbereich ist nicht bedroht. Aber seine Vorstellung vom erfüllten Studieren. "Ich wünsche mir, einfach nur studieren können. Frei lernen dürfen und alle Mittel nutzen zu dürfen, die uns zustehen."     

Die Bilder sollen so schnell wie möglich geknipst werden, bei gutem Wetter. Am liebsten tagsüber, bei vollem Uni-Betrieb.