Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat den Vorwurf zurückgewiesen, falsche Angaben in ihrem Lebenslauf gemacht zu haben. In diesem heißt es, dass sie die Universität Stanford besucht hat. Diese Angaben seien korrekt, teilte die Ministerin nun in einem Schreiben mit.

Die Welt am Sonntag hatte berichtet, dass die Universität Stanford gegen von der Leyen ermittelt, weil sie den Namen der Hochschule missbraucht haben soll. In ihrem Lebenslauf listet sie unter anderem auf, 1993 Gasthörerin der Universität gewesen zu sein und 1995 eine Marktanalyse für die Stanford Health Services Hospital Administration durchgeführt zu haben.

Eine Sprecherin der Universität Stanford sagte, dass für derartige Tätigkeiten keine Leistungsnachweise ausgestellt würden. Auch gebe es keinen offiziellen Nachweis darüber, dass von der Leyen an der Universität eingeschrieben gewesen sei. Zertifikate für ein besuchtes Seminar oder eine eingereichte Arbeit würden ebenfalls nicht vorliegen.

Ihrer Mitteilung fügte von der Leyen eine schriftliche Bestätigung bei, wonach sie in der Krankenhausverwaltung von Stanford tätig gewesen sei. Die damals stellvertretende Krankenhausdirektorin Kathy Van Camp bestätigt in einem Empfehlungsschreiben aus dem Jahr 1997, dass von der Leyen sechs Monate lang an einer Marktanalyse und einer Machbarkeitsstudie mitgearbeitet habe.

Diese Nachweise reichen nach den Richtlinien der Universität allerdings nicht aus, um den Namen der Hochschule im akademischen Lebenslauf zu führen. "Sie war in keinem offiziellen Programm involviert, bei dem man ein Zertifikat oder einen akademischen Grad erhält", sagte die Hochschulsprecherin.

Die Internetplattform VroniPlag wirft der Verteidigungsministerin vor, bei ihrer medizinischen Doktorarbeit aus dem Jahr 1991 Grundregeln wissenschaftlichen Arbeitens missachtet und an einigen Stellen Passagen anderer Autoren übernommen zu haben, ohne diese kenntlich zu machen. Man habe auf 27 von 62 Seiten Plagiatsfundstellen dokumentiert, heißt es auf VroniPlag. Das entspreche einem Anteil von 43,5 Prozent aller Seiten. Drei Seiten enthielten bis zu 75 Prozent Fremdübernahmen und fünf Seiten mehr als 75 Prozent Plagiatstext. Die Universität prüft die Vorwürfe.