10 Fragen und Antworten

1. Was ist der NC?

NC ist die Abkürzung für Numerus clausus. Wenn es einen NC gibt, heißt das, dass für einen Studiengang nur eine bestimmte Anzahl von Plätzen vergeben wird. Umgangssprachlich wird mit NC der Abi-Schnitt bezeichnet, den man braucht, um einen Platz in einem Studiengang zu bekommen.

2. Gibt es für alle Studiengänge einen NC?

Nein. Rund die Hälfte aller Bachelorstudiengänge ist zulassungsfrei, das heißt, hier reicht das Abitur. In diesen Studiengängen kann man sich einfach einschreiben. Und noch eine gute Nachricht: Für die allermeisten Fächer – von Politikwissenschaft bis Wirtschaftsingenieurwesen – lassen sich auch zulassungsfreie Studiengänge finden. Auf der Seite www.zeit.de/studiengaenge unter "Zulassungsmodus" den Punkt "Keine Zulassungsbeschränkung" auswählen. In jedem Fall sollte man die genauen Zulassungsvoraussetzungen auf der Hochschul-Website nachprüfen.

3. Hat ein Fach an verschiedenen Unis immer den gleichen NC?

Dieser Text stammt aus dem ZEIT Studienführer 2015/2016.

Nein. Der NC unterscheidet sich von Studiengang zu Studiengang. Mit "Studiengang" wird ein bestimmtes Fach an einer bestimmten Hochschule bezeichnet. BWL an der HU Berlin ist ein anderer Studiengang als Psychologie an der HU Berlin, aber auch ein anderer als BWL an der LMU München. Demzufolge gibt es für BWL in Berlin einen anderen NC als für BWL in München, aber natürlich auch einen anderen als für Psychologie in Berlin.

Wer sich für eine Kombination aus Haupt- und Nebenfach entscheidet (das ist vor allem in den Geistes- und Sozialwissenschaften üblich), muss sich manchmal nur für das Hauptfach bewerben, manchmal für beide Fächer. Er kann es also unter Umständen mit zwei NCs zu tun bekommen. Zum Teil kann man ein Ersatzfach angeben, für den Fall, dass man in einem der Wunschfächer keinen Platz bekommt.

4. Zählt nur die Abi-Note?

Nicht immer, aber der Abi-Schnitt ist das wichtigste Kriterium. Viele Hochschulen wählen ausschließlich danach aus. Manchmal werden auch Noten in bestimmten Fächern stärker gewichtet, etwa die in Mathematik und Physik für einen Ingenieurstudiengang oder die Englischnote für Anglistik. Weitere Kriterien, die bei der Auswahl eine Rolle spielen können, sind Motivationsschreiben, Auswahlgespräche und Tests.

5. Wer legt den NC fest?

Niemand. Der NC ergibt sich jedes Semester neu aus Angebot und Nachfrage nach Plätzen in einem Studiengang. Zählt nur der Abi-Schnitt, funktioniert das so: Erst bekommen die Bewerber mit einem 1,0er-Abi einen Platz, dann die mit 1,1 und so weiter, bis es zum Beispiel bei 2,1 keine Plätze mehr gibt. Dann liegt der NC bei 2,1. Je besser der Abi-Schnitt der Bewerber ist, desto näher an der 1,0 liegt am Ende der NC. Weil das Verfahren jedes Semester neu startet, kann man nicht im Voraus sagen, wie hoch der NC zum Zeitpunkt der eigenen Bewerbung für einen bestimmten Studiengang tatsächlich sein wird. Man kann sich aber am NC der Vorjahre orientieren. Viele Hochschulen veröffentlichen die NC-Werte im Netz. Eine Linkliste gibt es unter auswahlgrenzen.de, allerdings umfasst diese nicht alle Hochschulen. Im Online-Ranking unter www.zeit.de/ranking gibt es für die elf neu gerankten Fächer Angaben, ob die Studiengänge zulassungsbeschränkt sind und wo der NC im vergangenen Jahr lag, wenn es nur nach dem Abi-Schnitt ging.

6. Sind Studiengänge mit NC besonders schwer?

Nein, nur besonders beliebt. Wenn eine Hochschule in einem Studiengang die Bewerber nach NC auswählt, sagt das nichts über den Schwierigkeitsgrad der Inhalte aus. Es bedeutet, dass die Nachfrage nach dem Studiengang groß ist.

7 .Wenn es einen NC gibt, kommt man dann nur mit einem Einser-Abi rein?

Nein. Nur weil es einen NC gibt, heißt das nicht, dass lediglich Einser-Abiturienten eine Chance haben. Erstens zählen auch noch weitere Kriterien (siehe Frage 4). Zweitens liegt der geforderte Schnitt für viele Studiengänge, selbst wenn nur die Abi-Note berücksichtigt wird, im Zweierbereich. Auch NCs mit einer drei vor dem Komma sind möglich. Manchmal ist die Nachfrage so gering und der NC am Ende dadurch so niedrig, dass alle Bewerber einen Platz bekommen. Noch ein Tipp: Weil die meisten Abiturienten zum Studieren in Großstädte oder an die Traditions-Unis wollen, gibt es dort besonders häufig einen (hohen) NC. Deshalb ist es von Vorteil, wenn man sich auch an unbekannteren Hochschulorten bewirbt. An der TU Clausthal und der FH Bingen zum Beispiel sind alle Bachelorstudiengänge ohne NC.