Ein Student berichtet

Der Mathe-Vorkurs

Überraschung! Gleich am ersten Tag hält uns der Dozent einen Test vor die Nase. Ich erreiche 12 von 36 möglichen Punkten. Keine Glanzleistung, aber immerhin geht es den anderen ähnlich. Mit mir sitzen um die 200 Erstsemester acht Tage lang im Hörsaal. Nicht alle studieren Informatik wie ich, es sind auch Mathematiker und VWLer dabei. Jeden Tag haben wir zwei Stunden Kurs. Erst erklärt der Dozent, dann rechnen wir in kleinen Übungsgruppen selbst. Da wird auch schon mal zum Nachbarn geschielt. So einen Vorkurs kann ich auf jeden Fall empfehlen! Einiges kenne ich zwar schon aus der Schule, aber die Aufgaben sind anders. An den ersten beiden Tagen komme ich noch mit, am dritten Tag wird es kritisch: Es geht um mathematische Beweistechniken. Aber der Dozent beruhigt uns. Solche Rechnungen seien eben am Anfang ungewohnt. In einem Monat sei das alles kein Problem mehr. Mal schauen ...

Die Campus-Rallye

Zwei Stunden lang laufen wir zu viert bei der Campus-Rallye über das Uni-Gelände. Ein frischer Ostseewind weht uns um die Nase. Wir müssen Orte abklappern und Fragen beantworten. Welches Gemälde befindet sich in dem und dem Gebäude? Wie komme ich auf dem besten Weg da und da hin? Besonders spannend ist das nicht. Bei anderen Fachschaften sind die Aufgaben viel interessanter. Eine Schulfreundin von mir beginnt hier in Kiel gerade ihr Bio- und Chemiestudium. Sie musste in die eiskalte Förde springen, um Punkte für ihre Gruppe zu verdienen! Trotzdem: So eine Rallye ist ganz hilfreich, wenn man sich noch gar nicht auskennt. Dem Mathe-Vorkurs sei Dank, weiß ich längst, wo welches Gebäude steht. So gesehen, hätte ich mir das schenken können. Dafür sind die Leute aus meiner Gruppe nett. Wir werden auch ein paar Veranstaltungen zusammen haben, da bleiben wir sicher in Kontakt.

Dieser Text stammt aus dem ZEIT Studienführer 2015/2016.

Die Bibliotheksführung

Erst einmal an den Computer. Dort zeigt uns eine Bibliotheksmitarbeiterin, wie man auf der Internetseite nach Büchern sucht. Danach erklärt sie uns, nach welchem Prinzip die Bücher in die vielen Regale einsortiert sind. Voll kompliziert! Das vergesse ich sofort wieder. Die Bibliothek ist ganz modern eingerichtet. Es gibt zwei Etagen, auf denen jedes Fachgebiet einen Bereich hat. Wir sehen uns auch einen Arbeitsraum an. Von älteren Studenten habe ich schon gehört, dass nicht alle die Bib zum Lernen nutzen. Keine Ahnung, wie ich das mal mache. Immerhin habe ich schon mal einen Bibliotheksausweis abgesahnt. Das hat sich doch gelohnt!

Fliegenpilz11/photocase.de
Vom Ersti zum Profi

Vom Ersti zum Profi

Total verpeilter Ersti? Das muss nicht sein. Was wirklich zählt in den ersten Uni-Tagen

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8:00 Uhr

Guten Morgen!

Na, pünktlich aus dem Bett gefallen? Um acht Uhr beginnt der erste Uni-Tag. Seminar, Vorlesung, Mensa, Tutorium. Dir schwirrt jetzt schon der Kopf? Keine Sorge, das kriegen wir hin. Los geht's.

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7:55 Uhr

Kurz vor acht, gleich geht's ins Seminar. Was tust du?

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Auf keinen Fall. Dein Seminar beginnt (wie alle Veranstaltungen) erst um Viertel nach acht. Und endet auch schon um Viertel vor zehn. Hol dir noch mal einen Kaffee!

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Frühaufsteher

Moment – Montag früh in die Uni?

Du bist motiviert, schon klar. Aber überleg dir noch mal, ob du wirklich das Seminar montags um acht wählen willst. Dein Zukunftsselbst wird es dir danken.

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Richtig. Klar sind Ersti-Fahrten nicht besonders cool: Ihr fahrt in irgendeine Jugendherberge in der Pampa, schaut euch ein Museum an und trinkt abends Bier. Aber darum geht es nicht: Die zwei Nächte im Doppelstockbett schweißen zusammen – und liefern Gesprächsstoff für das ganze Semester.

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Der Kneipenbummel

Zuerst gibt es in einem Seminarraum ein kleines, feines Buffet mit Brot, Wurst und Käse, Kaffee und Tee. Danach gehen wir in die "Kieler Brauerei", eine Kneipe hier. Wir sitzen auf Holzbänken an langen Tischen und fangen sofort an uns zu unterhalten. Wo kommt ihr her? Warum studiert ihr Informatik? Was habt ihr bislang in Kiel so erlebt? Die Leute sind aufgeschlossen und lustig. Das sind nicht alles Nerds mit Hornbrille und starrem Computerblick. Ich bestelle ein Kieler Bier. Das steht so auf der Karte, aber es ist nicht anders als andere Biersorten, finde ich. So eine richtige Kneipentour durch die ganze Stadt und mit ordentlich Alkohol ist das nicht, eher ein netter, entspannter Abend. Viele gehen schon um zehn Uhr wieder. Auch ich mache mich bald auf den Weg. Daheim werde ich von einer WG-Party bei den Nachbarn überrascht – und gleich zum Mitfeiern überredet.