Was man alles machen könnte, wenn man nicht studieren würde – und zwar nicht nur Urlaub. Sieben Alternativen zum Studium

Auf Abi folgt Uni, dieses Motto ist weit verbreitet. Mehr als 70 Prozent der Abiturienten planen ein Studium, hat das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung herausgefunden. Doch auch der Blick auf die Alternativen lohnt. Eine Übersicht.

Betriebliche Ausbildung

Der Klassiker unter den Ausbildungsformen dauert im Schnitt drei Jahre. Er wird auch "duale Ausbildung" genannt, weil er an zwei Orten stattfindet: Die Auszubildenden verbringen ein bis zwei Tage pro Woche in der Berufsschule und drei bis vier Tage im Betrieb. Abiturienten werden gern genommen. Oft haben sie Vorteile, weil sie in Fächern wie Englisch, Deutsch oder Mathe weiter sind als etwa Auszubildende mit Mittlerer Reife. Diese Fächer können Abiturienten an der Berufsschule häufig überspringen und die Ausbildung auf zwei Jahre verkürzen. Was man verdient, variiert. Im Bankwesen beispielsweise bekommen Auszubildende laut Tarif im ersten Ausbildungsjahr monatlich 870 Euro, im zweiten 940 und im dritten Jahr 1.000 Euro.

Ausbildung mit Auslandsanteil

Während Auslandsaufenthalte im Laufe des Studiums gängig sind, ist es für Auszubildende schwieriger, Erfahrungen in anderen Ländern zu sammeln. Große Unternehmen und auch zahlreiche Mittelständler haben jedoch auch Standorte im Ausland und begrüßen es oft, wenn Auszubildende dort Station machen. Wichtig dafür sind gute Englischkenntnisse und gute Ausbildungsleistungen. Nicht nur das Unternehmen kann zu einem Auslandsaufenthalt verhelfen, auch Berufsschulen sind hierfür Ansprechpartner. Mithilfe des Programms Erasmus+ können Auszubildende Praktika im Ausland machen, die zwischen zwei Wochen und zwölf Monaten dauern. Der Arbeitgeber muss aber einverstanden sein. Wie viel Zeit in einem Partnerunternehmen oder in der Partnerberufsschule verbracht wird, variiert je nach Zielland.

Sonderausbildung für Abiturienten

Dieser Text stammt aus dem ZEIT Studienführer 2016/17.

Dabei handelt es sich um eine Variante der klassischen Ausbildung, sozusagen um ein Upgrade. In die betriebliche Ausbildung wird eine Weiterbildung integriert, mit der die Auszubildenden eine Zusatzqualifikation erhalten. Besonders im kaufmännischen Bereich kommt dieses Modell häufig vor. Beispiel: In der Ausbildung zum Groß- oder Einzelhandelskaufmann können sich Abiturienten zum Handelsfachwirt weiterbilden. Nach drei Jahren erhalten sie damit zwei Abschlüsse. Auf gleiche Weise können sich auch Bankkaufleute zum Betriebswirt ausbilden lassen oder kaufmännische Auszubildende zum Finanzassistenten oder Eurokaufmann. Man kann aber auch Gärtner mit der Zusatzqualifikation Assistent der Betriebsleitung Gartenbau werden oder Fachinformatiker mit dem zusätzlichen Titel Fachberater Softwaretechnik.