Und 11 weitere Fragen zum NC

1 Was mache ich, wenn mein Schnitt nicht reicht?

Rausfinden, ob man für das Fach nicht doch an einer anderen Hochschule etwas weniger gute Noten braucht oder der Abi-Schnitt irgendwo gar keine Rolle spielt. Denn welchen Schnitt man zum Beispiel für einen Studienplatz in Betriebswirtschaft braucht, variiert von Hochschule zu Hochschule. Für die allermeisten Fächer – von Politikwissenschaft bis Wirtschaftsingenieurwesen – lassen sich sogar zulassungsfreie Studiengänge finden, das heißt, es reicht das Abitur zum Einschreiben. Übrigens: Gut die Hälfte aller Bachelorstudiengänge ist völlig zulassungsfrei. Welche das sind, lässt sich herausfinden, indem man auf der Website www.studiengaenge.zeit.de unter "Zulassungsmodus" den Punkt "Keine Zulassungsbeschränkung" auswählt. Trotzdem sollte man in jedem Fall die genauen Zulassungsvoraussetzungen auf der Hochschul-Website prüfen.

2 Aber es gibt auch Fächer, bei denen es schwierig wird, oder?

Ja. Dazu zählen auf jeden Fall Medizin-Studiengänge und Psychologie. In den meisten Fällen klappt es in diesen Fächern nur mit einer Eins vor dem Komma – und auch dann nicht immer. Auch bei sehr speziellen Studiengängen, die es nur an wenigen Hochschulen gibt, kann es schwierig werden. Dann lohnt es sich, nach fachlich ähnlichen Alternativen zu suchen.

3 Woher weiß ich überhaupt, welchen Schnitt ich brauche?

So genau lässt sich das nicht vorhersagen. Denn der Numerus clausus oder NC – damit wird umgangssprachlich der Schnitt bezeichnet, den man braucht, um einen Platz in einem Studiengang zu bekommen – ergibt sich jedes Semester neu aus Angebot und Nachfrage. Das funktioniert so: Erst bekommen die Bewerber mit einem 1,0er-Abi einen Platz, dann die mit 1,1 und so weiter, bis zum Beispiel bei 2,1 der letzte Platz vergeben wird. Dann liegt der NC bei 2,1. Je besser der Abi-Schnitt der Bewerber für einen Studiengang ist, desto näher an der 1,0 liegt am Ende der NC. Weil das Verfahren jedes Semester neu startet, kann man nicht im Voraus sagen, welchen Schnitt man tatsächlich braucht. Man kann sich aber am NC der Vorjahre orientieren.

Die gute Nachricht: Rund die Hälfte der Bachelorstudiengänge hat gar keinen NC

4 Und wer sagt mir den NC vom Vorjahr?

Viele Hochschulen veröffentlichen die NC-Werte ihrer Studiengänge auf ihren Websites. Eine Linkliste gibt es unter auswahlgrenzen.de, allerdings umfasst diese nicht alle Hochschulen. Ansonsten kann man auch direkt beim jeweiligen Studiengangsleiter nachfragen, welcher Schnitt es in den letzten Jahren sein musste. Achtung: Wer sich für eine Kombination aus Haupt- und Nebenfach entscheidet (das ist vor allem in den Geistes- und Sozialwissenschaften üblich), muss sich manchmal nur fürs Hauptfach bewerben, manchmal für beide Fächer. Man kann es also unter Umständen mit zwei NCs zu tun bekommen.

5 Kann ich mich so oft bewerben, wie ich möchte?

Dieser Text stammt aus dem ZEIT Studienführer 2016/17.

Ja. Allerdings ist es wichtig, den anderen Unis abzusagen, wenn man sich für eine entschieden hat. Für manche Studiengänge kann man sich über die Internetplattform hochschulstart.de bewerben. Das hat den Vorteil, dass man sofort sieht, auf welchem Platz man bei welcher Hochschule steht. Außerdem gibt es durch die Koordination der Zu- und Absagen weniger Nachrückerrunden. Allerdings waren dort im vergangenen Wintersemester nur gut 450 von mehr als 5.000 NC-Studiengängen (ohne Master) in Deutschland gelistet. Besonders häufig zu finden waren Studiengänge aus der Psychologie, den Rechts- und den Wirtschaftswissenschaften und der Sozialen Arbeit. In Zukunft wird das Angebot voraussichtlich größer werden.

6 Sind Studiengänge mit NC besonders schwer?

Nein, nur besonders beliebt. Wenn eine Hochschule in einem Studiengang die Bewerber nach NC auswählt, sagt das nichts über den Schwierigkeitsgrad der Inhalte aus. Es bedeutet, dass die Nachfrage nach diesem Studiengang groß ist.