Eigene Wohnung

Besonders ältere Vermieter inserieren ihre Wohnungen gerne in der Zeitung – von privat an privat, ohne Makler. Deshalb lohnt sich ein Blick in den Immobilienteil der Lokalzeitung oder in das jeweilige Stadtmagazin. Selbst inserieren funktioniert natürlich auch. Wenn man in einem Verein oder in einer Stiftung aktiv ist, kann man außerdem versuchen, diese Netzwerke zu nutzen, und seine Anfrage über einen internen Verteiler schicken. Bei der Wohnungssuche mithilfe eines Maklers sollte man im Hinterkopf haben, dass seit 2015 das Besteller-Prinzip gilt: Wer ihn beauftragt hat, muss ihn auch bezahlen.

Häufig bieten kommunale Gesellschaften günstige Wohnungen an, etwa die Saga GWG in Hamburg oder die SIB Saarbrücken. Diese Wohnungen können allerdings auch am Stadtrand liegen. Und häufig gibt es Wartelisten.

Wer keine Ahnung hat, wie er die Miete zahlen soll, kann versuchen, in eine öffentlich geförderte Sozialwohnung zu ziehen. Hierfür braucht man allerdings einen Wohnberechtigungsschein. Um ihn zu bekommen, muss man bestimmte Voraussetzungen erfüllen, unter anderem ein niedriges Einkommen nachweisen können. Genauere Informationen und Antragsformulare bekommt man beim jeweiligen Wohnungsamt.

Beim Besichtigungstermin sollte man einen seriösen Eindruck machen. Eine Bewerbungsmappe kann helfen, die eigene Zuverlässigkeit zu unterstreichen. Hineinlegen kann man zum Beispiel: ein Anschreiben, einen Lebenslauf, eine Kopie des Personalausweises, Bafög- oder Stipendienbescheide, Einkommensnachweise. Manche fügen auch eine Schufa-Auskunft bei (die Schufa ist eine private Auskunftei, die Daten über die Zahlungsfähigkeit von Personen sammelt).

Der Vermieter darf eine Mietsicherheit verlangen, in der Regel in Form einer Kaution von maximal drei Monatskaltmieten, einer Bank- oder einer Elternbürgschaft. Wer auf der sicheren Seite sein will, kann den Mietvertrag vor dem Einzug von einem Mieterverein prüfen lassen.

WG

Die beliebteste Wohnform bei Studenten ist nach wie vor die Wohngemeinschaft: 29 Prozent entscheiden sich dafür, sich Kühlschrank, Herd und Bad mit anderen zu teilen. Angebote gibt es viele: Allein auf wg-gesucht.de stehen nach Angaben des Betreibers jeden Monat rund 200.000 neue WG-Inserate. Weil aber auch monatlich acht Millionen Nutzer die Seite besuchen, erhalten attraktive Anzeigen häufig unzählige Anfragen. Ähnlich ist es bei studenten-wohnung.de. Deshalb sollte man auch bei Facebook-Gruppen wie zum Beispiel "Wohnungssuche Mainz" oder "Wohnung frei in [Stadtname]" suchen, Twitter-Accounts wie "@WohnunginBerlin" folgen oder bei eBay Kleinanzeigen nachsehen.

Manche WGs gehen lieber aktiv auf Mitbewohnersuche, anstatt Massencastings abzuhalten. Dafür muss man auf sich aufmerksam machen. Auf wg-gesucht.de kann man selber ein Gesuch aufgeben und auch ausdrucken, etwa fürs Schwarze Brett an der Uni. Oder man postet seine Suche auf Facebook oder Twitter und lässt sie von seinen Freunden teilen und retweeten. Das wirkt wie eine Empfehlung und kann den Ausschlag geben.

Bei der Besichtigung sollte man nicht nur von sich erzählen, sondern auch Fragen stellen, zum Beispiel zum WG-Alltag: Wie oft wird geputzt? Wann stehen die anderen auf? Ist man in solchen Punkten zu unterschiedlich, kann das später zu Streit führen. Am Ende sollte man immer auch auf sein Bauchgefühl hören. Fühlt sich der Gedanke, in die WG zu ziehen, gut an, sollte man es machen – sonst lieber weitersuchen.

Um in einer Wohnung eine WG zu gründen, braucht man unbedingt die Zustimmung des Vermieters. Wichtig für den Mietvertrag ist der Hinweis, dass die WG berechtigt ist, neue Mitbewohner selbst auszusuchen. Am besten trägt man zwei Hauptmieter in den Vertrag ein, weil sonst einer allein für die pünktliche Mietzahlung und alle Schäden, die Mitbewohner so anrichten können, verantwortlich ist.

Wohnheim

Die Deutschen Studentenwerke vermieten bundesweit rund 188.000 Wohnheimplätze, die durchschnittlich 229 Euro monatlich kosten. Dementsprechend lang sind die Wartelisten, vor allem zu Beginn des Wintersemesters. Daher: am besten prüfen, ob man sich schon vor der Studienplatzzusage um ein Zimmer bewerben kann. Bei einigen Studentenwerken geht das. Die Immatrikulationsbescheinigung reicht man dann einfach nach. Die Bewerbung erfolgt in der Regel online. Die Plätze werden zentral vergeben, meistens chronologisch nach Eingang der Bewerbung, in manchen Fällen im Losverfahren.

In vielen Städten gibt es mehrere Studentenwohnheime. Wer sich nicht auf eine bestimmte Anlage festlegt, hat bessere Chancen, wobei die Qualität der Unterbringung schwankt – von geteilten Apartments mit Gemeinschaftsbad bis hin zu voll ausgestatteten kleinen Einzimmerwohnungen ist alles dabei.

Dieser Text stammt aus dem ZEIT Studienführer 2016/17.

Nicht nur Studentenwerke bieten Wohnheimplätze an, sondern auch Studentenverbindungen und kirchliche Träger. Die Zimmer dort sind zwar oft günstig, zum Teil gibt es aber Einschränkungen, bei denen man sich überlegen muss, ob man damit leben kann: Mal sind Fernseher verboten, mal Herren- oder Damenbesuche. Anhand der Verhaltensregeln, Gruppenräume, Gemeinschaftsküchen oder Pflichtveranstaltungen der Wohnheime kann man beurteilen, ob man dort hineinpasst oder lieber mehr bezahlt und dafür machen kann, was man will.

In einigen Uni-Städten gibt es Apartment-Anlagen für Studenten. Die Preise orientieren sich aber am freien Wohnungsmarkt. Ein großer Anbieter mit privaten Luxuswohnheimen in acht deutschen Städten ist Youniq (youniq.de). In Frankfurt vermietet die GWH-Wohnungsgesellschaft 94 teilmöblierte Einzelzimmer mit Gemeinschaftsbädern und -küchen an. Die Zimmer kosten je nach Größe zwischen 260 und 295 Euro warm. In Bonn offeriert das "Quartier Mitte" Zimmer ab 299 Euro.