Für viele der jungen Zeichnerinnen war außerdem die japanische Manga-Serie Sailor Moon prägend, in der Mädchen mit magischen Kräften die Heldinnen sind. Die Serie lief Ende der 90er Jahre auch im deutschen Fernsehen. "Sailor Moon war meine erste große Liebe", sagt etwa Dorota Grabarczyk.

Olivia fand die Fernsehserie anfangs einfach nur furchtbar. Irgendwann fand sie doch Gefallen. Bis heute hält sie der Serie die Treue. Und so schauen ihr aus der Glasvitrine neben ihrem Zeichentisch Sailor Moon-Plastikfiguren auch stets beim Arbeiten zu.

Die dicke Katze aus Olivias erstem Buch © Carlsen Verlag

Wie passt ihr Studium eigentlich zur ihrer Beschäftigung als Cartoon- und Manga-Zeichnerin? Beides ließe sich gut vereinbaren, sagt sie, der Zeitaufwand halte sich die Waage. Eins aber sei schade: "Tipps zum Mangazeichnen holt man sich garantiert nicht an der Uni." Diese Stilrichtung lehnten die Dozenten nämlich mehrheitlich ab. "Die haben lieber Zeichenstile, die ganz eigen und unbeeinflusst sind."

Alle Techniken, die sie im Studium lerne, könne sie trotzdem für ihre Comics und Illustrationen verwerten – egal ob Stillleben oder Anatomie. Und die Dozenten helfen auch auf andere Weise: Einer stellte den Kontakt zum Verlag her.

Was Olivia in nächster Zeit noch vor hat? Ein Konzept für einen Disney-Film schreiben, das wäre das Größte. Vorerst will sie als Illustratorin von Kinderbüchern Fuß fassen. Eine Regel dieses hart umkämpften Marktes hat sie schon verinnerlicht: "Kinderbücher müssen zuerst Erwachsenen gefallen, denn die kaufen sie schließlich." Klingt ganz nach einem Einsatz für die beliebte dicke Katze.


Olivia Vieweg, "Warum Katzen besser sind als Männer", Carlsen, ISBN 978-3-551-68464-6

Ab 12. Dezember 2009 zeigt das Stadtmuseum Gera in der Ausstellung "Sonne, Mond und Kulleraugen" Arbeiten von Olivia Vieweg (Bauhaus-Universität Weimar) und Katja Klengel (Hochschule für Bildende Künste Dresden).