Ob Wasser, Erde, Feuer oder Luft: Bei ihrer Forschung sind Studenten völlig in ihrem Element. Diese Woche spricht Promotionsstudent Benjamin Beeck darüber, wie heiß es auf der Oberfläche von Sternen zugeht.

Feuer ist mein Element, weil ...es symbolisch für Energieumwandlung und -transport steht. Beide Prozesse sind elementar – nicht nur für Technik und Industrie, sondern auch für die Natur. Die Feuer unserer Galaxie sind hauptsächlich Sterne. Die Temperaturen an ihrer Oberfläche, wir sprechen hier von 1500 bis 3500 Grad Celsius, sind mit denen von Feuer auf der Erde vergleichbar.

Wie ich auf die Idee gekommen bin? Es war ein Projekt, das von der Max-Planck-Gesellschaft angeboten wurde. Die Betreuer kannte ich beide schon und mit dem Thema hatte ich mich im Rahmen des Studiums bereits beschäftigt.

Warum lohnt es sich, das zu erforschen? Die Frage nach dem Nutzen ist schwierig. Es geht vielmehr um das Wissen selbst. Außerdem kann man als junger Wissenschaftler bei dieser Forschung seine Softskills trainieren, wie Programmieren, Vorträge halten oder in der Gruppe arbeiten.

Was mache ich eigentlich?Ich arbeite hauptsächlich mit Computersimulationen. Zunächst lade ich Gigabytes an Daten auf meinen Arbeitsrechner herunter und analysiere anschließend die vom Computer erstellten Simulationen. Sie sollen zeigen, wie es auf Sternoberflächen aussieht. Natürlich sind die Rechenmodelle stark vereinfacht. Doch die Ergebnisse lassen sich anhand der Sonne überprüfen, da man ihre Oberfläche kennt und räumlich auflösen kann. Letztendlich versuche ich, aus simulierten Sternoberflächen künstliche Beobachtungsdaten zu berechnen, um so rückwirkend eine Methode zum Nachweis von gewissen Magnetfeldformationen zu entwickeln.

Wo mache ich das? Ich arbeite in Göttingen und in Lindau. Wir sind zu viert in den Büros – so kann man sich auch mal unterhalten und muss nicht nur allein auf den Bildschirm starren.

Was mich daran fasziniert.. Mich fasziniert vor allem das große Ganze der Astrophysik: Wie entstehen Sterne? Wie vergehen sie? Gibt es irgendwo im Weltall weiteres Leben?

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Das Thema ist knifflig, weil ... es bisher noch nicht im Fokus der Astrophysik stand. Zwar wurde schon die Dynamik von Sternen untersucht, aber Magnetfelder wurden dabei außer Acht gelassen. Auch kann ich meine Ergebnisse nicht direkt beweisen, sondern wenn überhaupt nur indirekt. Es ist nicht möglich, ein großes Teleskop zu bauen, sich die Oberfläche des Sterns anzusehen und zu sagen: "Ja, ich habe Recht."

Womit habe ich persönlich zu kämpfen?Dass ich nicht alle Programme, die ich nutze, selber geschrieben habe. Ich würde bei einigen gerne besser verstehen, was sie genau machen.

Daran zu arbeiten, fühlt sich an ...  wie Routine. Aber das finde ich nicht schlecht. Mir ist wichtig, dass ich am Ende des Tages weiß, dass ich etwas geschafft habe. Und ist es aufregend und spannend, wenn das Programm etwas ausspuckt, das noch niemand herausgefunden hat.

Sind auch Sie bei Ihrer Forschung völlig in Ihrem Element? Dann schreiben Sie uns eine Mail an campus-online@zeit.deund erzählen Sie von sich und Ihrem Projekt .