© Tobias Jochheim

Nadja Kutscher, 25, studiert Bauingenieurwesen an der TU Dortmund im siebten Semester

Man kommt mit der Lernerei einfach nicht nach. Ich bin schon dazu übergegangen, ab und zu Nächte durchzumachen, um mir in der nächsten dann mehr Schlaf zu gönnen. Aber wenigstens hat das Ganze einen Sinn. Selbst die Hausarbeiten, die man nur schreibt, um zu den Klausuren zugelassen zu werden, machen ja nicht dümmer. Auch Sarkasmus hilft. Aber zwischendurch muss man auch einfach mal leben!

© Tobias Jochheim

Hatice Kilic, 25, studiert Chemie an der FH Gelsenkirchen im 5. Semester

Bis Mitternacht lerne ich heute noch Mathe – in Dortmund, weil die Bibliothek an meiner FH so früh schließt und mir hier zur Not auch meine große Schwester helfen kann. Dass ich jetzt hier sitze, ist aber überhaupt kein Problem, im Gegenteil: Ich versuche immer zu tun, was mich weiterbringt. Jedes Wochenende feiern zu gehen ist daher ohnehin nichts für mich. Aber es gibt ja auch genügend Alternativen: Diskussionen über Literatur und Gott und die Welt – oder Singstar-Abende.

© Marie-Charlotte Maas


Matthias Hennig, 32, promoviert in Allgemeiner und Vergleichender Literaturwissenschaft und Komparatistikan der Freien Universität Berlin

Ich schreibe gerade meine Doktorarbeit und bin in den letzten Zügen. In drei oder vier Monaten sollte sie fertig sein. Ich finde, dass man spät abends besser in der Bibliothek arbeiten kann als zu Hause. Dort lasse ich mich zu leicht vom Kühlschrank und ähnlichem ablenken. Abends sitzt man in einem Kokon aus Stille, und es ist weniger überlaufen als am Nachmittag. Ich bin seit 21.15 Uhr hier, vorher war ich in der Staatsbibliothek. Wenn sie schließt, gehe ich oft hierher ans Grimm-Zentrum, denn momentan muss ich noch einmal alles genau prüfen und intensiv durcharbeiten. Jetzt gehe ich aber nach Hause.

Umfrage: Marie-Charlotte Maas (Berlin), Tobias Jochheim (Dortmund)