ZEIT ONLINE: Herr Schlauderer, wie sind Sie auf die Idee gekommen, einen Mooc zu produzieren?

Ralf Schlauderer: Ein Mooc ist nur die Fortsetzung unserer Arbeit der vergangenen Jahre. Unseren Studiengang Agrarmanagement haben wir exportiert, er wird international angeboten. Wir haben 25 Partnerhochschulen in 13 Ländern. In der Vergangenheit haben wir die Vorlesung einfach aufgezeichnet, das war spröde. Dann haben wir mit Videokonferenzen experimentiert, auch das war spröde.

ZEIT ONLINE: Und nun hoffen Sie auf Moocs?

Schlauderer: Wie gut sie funktionieren werden, können wir erst in fünf oder sechs Jahren beurteilen. Aber Moocs sind spannender als alles, was wir bisher ausprobiert haben. Die große Herausforderung sehe ich allerdings darin, die Partnerunis nicht zu enttäuschen.

ZEIT ONLINE: Wie meinen Sie das?

Schlauderer: Das Angebot muss zuverlässig sein, auf den Servern bereitgestellt und aufrecht erhalten werden. In Russland, Kasachstan oder Kirgistan sind die Server oft nicht so gut wie bei uns, da ist der Kurs unter Umständen nicht dauerhaft erreichbar.

ZEIT ONLINE: Haben Sie auch inhaltliche Bedenken?

Schlauderer: Wichtig ist, dass die Inhalte zu den Studenten passen. Die Menschen in Osteuropa haben wenig Basiswissen über Agrarökonomie. Ein Professor, der vor mir an der HSWT lehrte, hat ein Fachbuch ins Ukrainische übersetzen lassen, weil die Literatur dort einfach nicht vorhanden ist.

ZEIT ONLINE: Wen wollen Sie mit dem Mooc erreichen?

Schlauderer: Wir wollen mit dem Kurs drei Gruppen erreichen: Die Hochschulen mit den Studenten und Dozenten, unsere Alumni und vor allem aber auch die Menschen in Osteuropa, die ein Agrarunternehmen führen.  

Prof. Dr. Ralf Schlauderer, Leiter des Master-Studiengangs Agrarmanagement an der Fachhochschule Weihenstephan-Triesdorf