Am Anfang war es nur eine Idee, skizziert auf ein paar Powerpoint-Folien. Die Münchner Master-Studenten Moritz Orendt und Bernhard Hering wollten eine App programmieren: ein individualisierbares Magazin, das sich an die Interessen der Leser anpasst. Im Frühjahr 2012 fassten sie den Entschluss, die Idee umzusetzen. "Es war viel Experimentierfreude dabei. Wir wollten schauen, was passiert", sagt Orendt. "Aber der Gedanke, ein Unternehmen zu gründen, war schon da."

Wenig später waren Orendt, 27 Jahre, und Hering, 26 Jahre, Start-up-Gründer. Neben dem Studium erstellten sie Businesspläne und analysierten Märkte. Im September 2013 kam ihre App Blogbox auf den Markt. Ein Erfolg, den sie auch ihrer Universität zu verdanken haben.

Acht Monate wurden die App-Entwickler vom Entrepreneurship Center der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) gefördert. Sie bekamen Coachings, ein Büro und die Möglichkeit zum Austausch mit anderen Gründerteams. "Das Angebot der Uni hat uns von der bloßen Idee ins Handeln gestoßen und uns Anerkennung für unsere Idee gegeben", sagt Orendt. "Von da an hatte unser Projekt eine neue Ernsthaftigkeit."

An vielen Unis werden Gründer gefördert

Viele deutsche Hochschulen unterstützen Studenten mittlerweile dabei, sich neben dem Studium selbstständig zu machen. "Es gibt über 100 Gründungslehrstühle, die Wissenschaft und Marktwirtschaft verzahnen", sagt Marc Evers, Existenzgründungsexperte des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK). Viele Universitäten böten außerdem praxisorientierte BWL-Seminare an oder richteten Gründungsinkubatoren ein.

158 deutsche Hochschulen geben laut Gründungsradar 2012 an, Gründungen ihrer Studenten zu fördern. Für die bundesweite Umfrage wurden 393 Hochschulen angeschrieben, 211 antworteten. Vergangenes Jahr gab es 1.145 studentische Gründungen und 4284 Gründungsvorhaben, inklusive Projekten von forschendem Uni-Personal.