Je länger ich schwanger bin, desto froher bin ich, unser Kind während des Studiums zu bekommen. Ich habe gar keine Vorstellung, wie es ist, mit so einem Riesenbauch noch ins Büro zu gehen oder sich an die Kasse zu setzen oder einen Job zu haben, bei dem man die ganze Zeit stehen muss. Respekt an alle Frauen, die das bis zu Beginn des Mutterschutzes durchziehen können. Ich will gar nicht wissen, wie sie das machen und wie dick ihnen die Beine werden und wie völlig erledigt sie dann nach acht Stunden nach Hause kommen.  

Die finanzielle Situation ist natürlich besser, wenn man Mutterschutzgeld bekommt und ein Elterngeld, das höher ist als 300 Euro. Aber erstens braucht ein Kind, wenn es noch so klein ist, noch nicht so viel. Und wenn ich mir so anschaue, wie jung auch meine Eltern waren, dann denke ich, dass es unserem Kind an nichts fehlen wird. Vielleicht wird es nicht das Eliteinternat im Süden Englands und nicht jedes Jahr zweimal Urlaub an fernen Karibikküsten. 

Wenn ich so drüber nachdenke, haben auch echt nur Leute in unserem Alter Bedenken in der Richtung geäußert. Die haben selber noch keine Kinder und warten und planen und sparen. Das kann ja jeder machen, wie er denkt, aber mir ist schon aufgefallen, dass solche Einwände nie von denen kamen, die schon Eltern geworden sind. Nicht mal von meinen Großeltern, die freuen sich einfach nur.    

Vielleicht beruhige ich mich auch nur selber. Wer weiß. Aber ich finde, dass ich schon einen guten Zeitpunkt erwischt habe. Ich habe es als Schwangere im Studium wirklich gut. Auch wenn jetzt wieder der ein oder andere vermuten wird, dass es sich bei meinen Texten um eine Verschwörungstheorie handelt, die das Volk animieren soll, Kinder zu bekommen.     

Jetzt sind Semesterferien, fast bis zum Geburtstermin, und danach kann ich einfach ein Urlaubssemester beantragen und ganz für mein Kind da sein. Ich habe mich schon mal erkundigt, was es für Möglichkeiten der Betreuung an der Uni gibt und bin sehr erstaunt, dass für ziemlich viel gesorgt wurde. Krippenplätze schon ab zehn Monaten! Das ist allerdings erschreckend früh und mein Freund möchte nicht, dass unsere Kleine da schon in andere Hände übergeben wird. Da bin ich echt dankbar, dass er Lust hat, Elternzeit zu nehmen und sich zu kümmern.