Geburtsvorbereitungskurse sind seltsam. Erst im letzten Monat habe ich damit angefangen. Ich wollte unbedingt einen in der Nähe, damit ich vielleicht hier Frauen kennenlerne, die auch Kinder bekommen. Mit denen könnte ich dann spazierengehen. Doch langsam stelle ich mir die Frage: Habe ich auf solche Unterhaltungen überhaupt Lust? 

Es ist beruhigend, dass ich Sprüche wie "Er bewegt sich so doll. Ist es vielleicht zu eng in mir?" auch von anderen Frauen höre. So ein Quatsch, aber man muss trotzdem mal fragen. Andere Themen finde ich schrecklich. Wenn zum Beispiel eine fragt, wann während der Geburt denn der "Maximalschmerz" zu erwarten sei. Dann muss ich mich eine Stunde über Schmerz unterhalten und was ich mir alles spritzen lassen kann, um den nicht so heftig zu spüren.

Ich bin ein bisschen sauer geworden. Vielleicht, weil ich noch kein Kind bekommen habe und das zu locker angehe. Aber wenn ich mir so anschaue, wie  Frauen seit Jahrtausenden ihre Kinder bekommen, dann ist das doch ein natürliches Wunder.  

Ich will nicht sagen, dass es einfach wird. Bestimmt werde ich auch Schmerzen haben. Ich halte mich da an meine einfache Grundregel, dass, wer entspannt da ran geht, auch keine Angst hat. Und wer keine Angst hat, der verkrampft sich nicht. Und dann bekomme ich mein Kind so, wie der Körper das für mich vorgesehen hat. 

Langsam kann ich es gar nicht mehr erwarten, dass sie endlich kommt. Der Bauch ist mir zu groß, die Füße zu dick und ich würde sie auch gerne mal wieder sehen, wenn ich an mir runtergucke.

Und es geht mir auf die Nerven, dass ich jedes Mal telefonterrorisiert werde, wenn ich aus Versehen mein Handy nicht höre. Da werde ich angerufen und dann wird mein Freund bei der Arbeit angerufen, weil mich niemand erreicht. Das führt dazu, dass er dann auch versucht, mich anzurufen und ich entweder unzählige Anrufe in Abwesenheit habe oder einen Freund am Apparat, der gehetzt wissen will, ob er sich auf den Weg machen soll. Dabei werde ich eh Bescheid sagen, wenn ich denke, dass es soweit ist.