Abgasskandal: Schmutzige Werte

  • Mehreren Autoherstellern wird vorgeworfen, jahrelang Abgaswerte manipuliert zu haben. Dabei geht es um gesundheitsschädliche Stickoxide. Der Betrug wurde im September 2015 bekannt, als herauskam, dass VW in den USA eine illegale Abschalteinrichtung in seinen Dieselautos verwendete, um Grenzwerte zu umgehen.
  • Betroffen sind neben der Kernmarke VW auch die Konzerntöchter Audi, Škoda und Porsche. Manipulationsvorwürfe gibt es auch gegen Daimler und BMW. Im Oktober 2018 erklärte das Kraftfahrt-Bundesamt auch bei Opel Abschalteinrichtungen in Dieselautos für unzulässig.
  • Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hat am Oberlandesgericht Braunschweig stellvertretend für Zehntausende Dieselfahrer eine Musterfeststellungsklage eingereicht. Sollte die Klage Erfolg haben, könnten Kunden und Kundinnen, die vom Rückruf bei Volkswagen betroffen sind, für den Werteverlust ihres Wagens entschädigt werden.
  • Beim sogenannten Dieselgipfel im August 2017 sagten die deutschen Autohersteller zu, fünf Millionen Dieselfahrzeuge mit einem Software-Update auszustatten. Eine technische Nachrüstung der Wagen lehnen die Autohersteller aber ab.
  • Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) beharrt darauf, ältere Dieselautos mit einem SCR-Katalysator nachzurüsten, auf Kosten der Autohersteller. Darüber gibt es Streit in der Koalition: Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hält diese Nachrüstung für wenig sinnvoll.
  • Der Abgasskandal löste eine Debatte über die Zukunft des Autoverkehrs aus. Weil in vielen Innenstädten der EU-Grenzwert für Stickstoffdioxid überschritten wird, drohen Fahrverbote für Dieselautos. Das Bundesverwaltungsgericht erlaubte solche Beschränkungen im Februar 2017. Für Stuttgart, Aachen, Frankfurt am Main und Berlin wurden Fahrverbote angeordnet; Hamburg richtete von sich aus Beschränkungen auf zwei Straßenabschnitten in Altona ein.
  • Alles zu den Dieselfahrverboten lesen Sie hier. Mehr zu Volkswagen hier.
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