: Adlai Stevenson

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"The Best Man": Gore Vidals Theaterstück zum Wahlkampf

"The Best Man" wird wieder am New Yorker Broadway gezeigt. Doch die Wirklichkeit des Vorwahlkampfs der Republikaner lässt das politische Stück fast brav aussehen.

Der Kämpfer in der Arena

Welches Urteil wird die Geschichte fällen, wie wird sie die außergewöhnlich lange politische Karrier

WALTER JENS: Mit dem Blick auf morgen

Sie heißen Kazim Arli, Ilker Demir oder Recep Marasli, Hasam Fikret Ulusoydan, Mustafa Zlakadiroglu oder Mecit Ünal. Alle, ungefähr hundert, haben eins gemeinsam: Sie sind Schriftsteller und Journalisten, die in türkischen Gefängnissen gequält werden – Elektroschocks, nasse Kleider, Schläge, sadistische Behandlung von Kranken (ein Asthmatiker wird in eine feuchte und lichtlose Zelle gesperrt), psychische Entwürdigung über Jahre und Jahrzehnte hinweg: Sie wollen ihre einzige Tochter sehen? Abgelehnt! Sie haben Hunderte von Meilen zurückgelegt, um Ihren Vater zu besuchen? Aber ohne Erlaubnis – also fort mit Ihnen.

Ein Schlag gegen Feind und Freund

Rückblende in den Oktober 1962: Sowjetische Frachtschiffe nähern sich Kuba, die Laderäume voller Mittelstreckenraketen, die US-Marine hat einen Sperr-Ring um Castros Insel gezogen, ein bewaffneter Zusammenstoß der beiden Großmächte ist nicht länger auszuschließen – nie war die Welt einem Atomkrieg näher.

Zeit-Spiegel

Eine politische Sekte triumphiert. Bei den kommenden Wahlen im großen amerikanischen Bundesstaat Illinois dürfen sich Gefolgsleute des reichen Sonderlings Lyndon LaRouche als offizielle Kandidaten der Demokratischen Partei für die Posten des Vize-Gouverneurs und des wichtigsten Landesministers präsentieren.

Amerikanische Lebensbilder: Helden, doch keine Cäsaren

In einer binnendeutschen Polemik wurde, im Spiegel nachzulesen, einem prominenten Kritiker vorgehalten, er entzöge sich der theoretischen Auseinandersetzung wie einst Friedrich Sieburg gern durch Flucht ins Biographische.

Sisyphus im Wahlkampf

Wer wird den Dauertest der amerikanischen Vorwahlen siegreich bestehen? Nach dem Auf und Ab der letzten Monate wagen die Auguren keine Vorhersagen mehr.

Allianz ohne Fortschritt

Vor zehn Jahren, im Spätsommer 1961, unterzeichneten die Vertreter von 19 lateinamerikanischen Staaten und den Vereinigten Staaten von Nordamerika in Punta del Este (Uruguay) eine Erklärung der "Völker Amerikas" und eine richtungweisende Charta für eine "Allianz für den Fortschritt".

Der gute Mensch von Maine

Integrität und Ausgeglichenheit machten Edmund Muskie zum Favoriten der Demokraten

Staatsmann oder Plastik-Politiker?

Richard Milhous Nixon hat die amerikanische Präsidentenwahl knapp gewonnen – so knapp, wie er 1960 gegen John F. Kennedy verloren hatte; es liegt eine gewisse poetische Gerechtigkeit darin.

Tom Wolfe: Die Neue Kunst-Galerie-Gesellschaft

TOM WOLFE, der junge, in Yale promovierte Reporter, Mitarbeiter führender angloamerikanischer Blätter und jahrelang einer der glanzvollsten Berichterstatter der "New York Herald Tribune", hat mit seinen originellen, soziologisch fundierten und nicht selten witzigen Berichten über die neue Sub-Kultur Aufsehen erregt, die mehr und mehr das Leben nicht nur der amerikanischen Gesellschaft beeinflußt.

Kandidatur als Opfergang

Wer sich in diesen Tagen zu einem Gespräch bei dem demokratischen Senator Eugene J. McCarthy anmeldet, bekommt von der Sekretärin ziemlich spitz zur Auskunft: "Da müssen Sie eine ganze Weile warten; vor Ihnen stehen schon fünfzig Besucher auf der Liste.

Todfeind und Rivale des Präsidenten: Bob Kennedy starrt aufs Weiße Haus

Wenn ein amerikanischer Politiker von höchstem Ehrgeiz beflügelt ist und Präsident der Vereinigten Staaten werden möchte, leitet er seinen Feldzug meistens mit der demütigen und unschuldigen Beteuerung ein, ihm liege nichts ferner als der Griff nach dem Weißen Haus.

Verfrühte Friedensfühler?

Haben die USA in Vietnam eine Friedenschance verpaßt? Diese Frage bewegte vorige Woche die Gemüter in Washington, nachdem bekannt geworden war, was UN-Botschafter Adlai Stevenson kurz vor seinem Tod einem Journalisten anvertraut hatte: Im August 1964 ließ Nordvietnam den USA über UN-Generalsekretär U Thant Verhandlungen in der birmanesischen Hauptstadt Rangun anbieten.

Werden Portugals Übersee-Besitzungen Angola und Mozambique der Schauplatz der nächsten afrikanischen Krise sein?: Weißes Patriarchat im schwarzen Land

Er ist Schaustück und Bürgermeister in einer Person; er muß als Beweis für die Gleichberechtigung der Rassen herhalten und für die Aufrichtigkeit portugiesischer Afrika-Politik: Pedro Baessa, der 62jährige, freundliche Afrikaner mit dem nervösen Augenleiden, Herr über 100 000 Bewohner von Nampula, einer aufstrebenden Industriestadt im Norden von Mozambique, erfreut sich des Wohlwollens des greisen Salazar in Lissabon.

Ehrenwert, doch ohne Erfahrung

Die übliche Befragung vor dem außenpolitischen Senatsausschuß dauerte nur vierzig Minuten, und die Zustimmung des Plenums zu seiner Berufung erfolgte einmütig und ohne Aussprache: Niemand hatte etwas gegen die Ernennung von Arthur Joseph Goldberg zum neuen Leiter der ständigen amerikanischen Abordnung bei den Vereinten Nationen in New York einzuwenden.

Eine Feier ohne Fanfaren

Nicht nur die übelwollenden Kritiker sind mit den Vereinten Nationen zu ihrem zwanzigsten Geburtstag hart ins Gericht gegangen.

Rückfall in den Isolationismus?

In einer wenig beachteten Rede vor dem Verband amerikanischer Zeitungsverleger hat Botschafter Adlai Stevenson, der Leiter der amerikanischen UN-Delegation, in der vorigen Woche auf die beiden Extreme der bisherigen amerikanischen Außenpolitik hingewiesen: die lange Periode des Isolationismus und die kurze Zeitspanne absoluter Atom-Suprematie.

Vater Eisenhower

Nicht immer vermag derjenige, der Geschichte gemacht hat, sie auch zu schreiben. Und mancher dekuvriert sich, wenn er den Glanz, den ihm die historische Legende zuweist, literarisch auszumünzen sucht.