: Adolf von Thadden

Mit altem Schrott und Trott

Gibt’s die denn überhaupt noch – die Nationaldemokratische Partei Deutschlands? Eines nicht allzu fernen Tages mag ein quicker Quizmaster seinen Kandidaten fragen: Wer oder was war die NPD? Und der wird, wetten, mit den Schultern zucken.

ZEITSPIEGEL

„Ich weiß nicht, was die Opposition ist. Ich sehe, daß die Opposition im Augenblick aus einer Reihe von Kanzlerkandidaten besteht und lebhaft damit beschäftigt ist, sich gegenseitig Vorhaltungen zu machen.

ZEITSPIEGEL

Auch in der DDR rumort es an den Universitäten. Studenten der Ostberliner Humboldt-Universität verlangten im Hausblatt der Freien Deutschen Jugend ein größeres Mitspracherecht.

ZEITSPIEGEL

Der demokratische Aspirant auf den New Yorker Gouverneursposten O’Connor hat Senator Robert Kennedy gebeten, ihm für den Wahlkampf gegen den amtierenden Gouverneur Rockefeller nicht nur seinen Schwager Stephen Smith, sondern auch die ganze gutgeölte Kennedysche Wahlmaschinerie zur Verfügung zu stellen.

ZEITSPIEGEL

„Es ist eine besondere Perversität unserer Zeit, daß von Dubček in der Bundesrepublik neuerdings Goldmünzen geprägt werden. Dieser Kommunist füllt somit die Goldschatullen der kapitalistisch versnobten Gesellschaft in der Bundesrepublik.

Hitlers Harlekine von heute

Oktober 1977 kam ein Jude, der seine Frau in Auschwitz verloren hat und jetzt in Kalifornien wohnt, zu Besuch zurück nach Deutschland.

ZEITSPIEGEL

Bei Mercedes hat Adolf von Thadden eine mausgraue Pullmann-Limousine für 21 000 Mark bestellt. Der Wagen ist mit verschiedenen Sicherheitseinrichtungen ausgerüstet, die Scheiben sind aus Panzerglas.

ZEITSPIEGEL

In alle Welt liefert Amerikas Raumfahrtbehörde NASA die greifbare Ausbeute des Flugs von Apollo 11: Gesteinsproben vom Mond.

ZEITSPIEGEL

„Daß die alten Germanen diese Sonderlinge ohne viel Federlesens in die Sümpfe gesteckt und ertränkt haben, war keine brutale Marotte, sondern eine Härte, die ihnen der Einblick in die Zerrüttung der römischen Führungsschicht geboten erscheinen ließ.

ZEITSPIEGEL

„Wenn man unter ‚links‘ versteht, daß Privilegien bei Steuern und Bildung für die Reichen und Herrschenden abgebaut werden müssen, daß wirtschaftliche Macht kontrolliert werden muß, dann sind wir links.

Thaddens Pleite

Mit der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands geht es zu Ende. Ein Verbot, wie es dieser Tage wieder der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Heinz Kühn forderte, ist gar nicht mehr nötig.

Notstands-Hearing in Bonn

1. Ablösung der alliierten Vorbehaltsrechte aus dem Deutschland-Vertrag. Kogon bezweifelte, daß diese alliierten Rechte überhaupt existieren.

Ruf nach dem Richter

Ein legitimes Mittel sei es, so Herbert Wehner, die Nationaldemokratische Partei Deutschlands zu verbieten. Auch gehe es nicht darum, fuhr der Minister fort, „mit juristischer Akribie Beweise für ein Verbot der NPD zu erbringen“.

Namen der Woche

Leszek Kolakowski, polnischer Philosophieprofessor (ein Sänger des „polnischen Frühlings“ 1956), jüngst wegen freimütiger Kritik am Regime Gomulka aus der kommunistischen Partei ausgeschlossen, hat gegen seinen Ausschluß Beschwerde eingelegt.

Viel Geschrei und kein Programm

Für 20 Uhr war die Versammlung mit dem stellvertretenden Vorsitzenden der NPD, Adolf von Thadden, in Hessisch-Oldendorf/Niedersachsen angekündigt.

Rechts, wo die Pechvögel sitzen

In dem Flur, links an der Wand, hängt noch immer das metergroße rote Plakat mit dem weißen Mond in der Mitte. „Jetzt auch hier – NPD“ steht auf dem bunten Papier.

Wenn alles in Scherben fällt

In dem geräumigen, plüschenen Wohnzimmer der Villa an der Braut-Eiche Nr. 19 in Bremen-Schönebeck hängt ein Ölgemälde: Friedrich der Große zu Pferde.

Die Nationalen probten den Aufstand

Sonst wird in Karlsruhe die Verfassung geschützt, vom dafür zuständigen Bundesverfassungsgerichtshof, dem ranghöchsten Gremium der Dritten Gewalt im Staate.

Notstand bei der NPD

Am Vorabend der Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz herrscht im Spitzengremium der NPD ein völliges Tohuwabohu.

Tiefer Bruch in der NPD

Der Bruch in der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands ist seit Beginn dieser Woche vollkommen. In Bremen ließ der aus der NPD ausgetretene Bundesvorsitzende Friedrich Thielen eine nationalkonservative Partei in das Vereinsregister eintragen.

Zu weit links

Am Abend zuvor hatten, ihn die Freunde und Helfer der niedersächsischen Polizei vor der aufgebrachten Menge anläßlich einer Kommunal-Wahlveranstaltung beschützt.

Im Wartestand

An dem Berliner Ableger der NPD hat Adolf von Thadden noch nie so recht seine Freude gehabt. Er war, auch von der Zahl her, nie mehr als ein vergrößerter Stammtisch.