: Aldo Moro

Giulio Andreotti, siebenmal Regierungschef in Rom, soll mit der Mafia gekungelt haben : "Gott liebt die Sünder"

Der Blitz kam nicht aus heiterem Himmel. Das Unwetter der Skandale, das in diesen Monaten Italiens politische Führungsschicht durcheinanderwirbelt, ja hinwegfegt, konnte auch ihn nicht unberührt lassen: Giulio Andreotti, der seit fast einem halben Jahrhundert mitgemischt hat, als Außen-, Innen-, Finanz-, Schatz- und Verteidigungsminister, gar siebenmal als Regierungschef, mal nach rechts, mal nach links abgestützt.

Italien: Dauerkrise einer schwierigen Demokratie : Was Touristen immer übersehen ...

Den "Fall Italien" zu beschönigen, ist freilich – wie schon der Titel sagt – ja keineswegs die Absicht der Autoren: beide – der eine als Korrespondent der Neuen Zürcher Zeitung, der andere als amerikanischer Diplomat – haben "in täglichem Kontakt" Italien lange Jahre beobachtet – nicht als Antiquitätenbazar und Ferienparadies, sondern als politische und zugleich menschliche (oft allzu menschliche) Wirklichkeit.

Erpressung, Bestechung, Mord und Putschversuche: In der Geheimloge "Propaganda Due" laufen Spuren fast aller politischen Skandale Italiens zusammen. Jetzt hat ein parlamentarischer Untersuchungsausschuß das Komplott von "Ehrwürdigen Meistern", Ministern und Ganoven durchleuchtet : Die Loge des Bösen

Irgendwo in Südamerika – in Argentinien, in Uruguay, in Paraguay, wer weiß es? – sitzt Licio Gelli. Der flüchtige "Ehrwürdige Meister" der römischen Freimaurerloge P 2 kann halb Italien erpressen.