: Aldous Huxley

Große Oper im Garten

Alles war Zufall. Daß die Ingrams zwischen London und Oxford das alte Herrenhaus Garsington Manor fanden. Daß sie dort ein Opernfestival gründeten, das exklusivste der Britischen Inseln. Daß Haydns Opern die Spezialität ihres Hauses wurden.

Odol und LSD

1. Karl August Lingner (1861-1916), ein Pionier des Prinzips Markenartikel, Gründer der Zentralstelle für Zahnhygiene sowie des Sächsischen Serumwerks und Instituts für Bakteriotherapie, Ausstellungsorganisator, Kommerzienrat, Ehrenbürger, Ehrendoktor, vor allem der Vater des Odol, das er 1893 erfand, bzw.

Über Martin Heidegger: Die Wissenschaft denkt nicht

Das Zeitalter der schwarzen Utopien – so könnte einmal das 20. Jahrhundert genannt werden. Technischer Fortschritt und Zukunftsangst beherrschen die Menschen, und diese reagieren darauf mit widersprüchlichen Empfindungen.

GEORGE TABORI: Dieses peinliche Wort: Liebe

Schon habe ich etwas Fragwürdiges getan oder mindestens Befragungswürdiges, nämlich das Undeutliche zu deuten. Je besser die Deutung, dieses sehr deutsche Wort, wie schon Wagner meinte, desto weiter entfernt sich „das Werk der Finsternis“; das Geheimnis wird nur erklärt, aber nicht offenbart, und hinterläßt eine Art Gebrauchsanweisung, wie man Liebe in die Obszönität des Klischees verwandelt.

Augenübungen: Nicht nur die Brille sieht

Für Aldous Huxley bestand kein Zweifel: „Mein Sehvermögen nahm ständig ab, und zwar ziemlich schnell. Ich fragte mich voller Sorge, was in aller Welt ich denn tun solle, falls mir das Lesen unmöglich würde; da hörte ich zufällig von einer Methode zur Schulung des Sehens und von einem Lehrer, der dem Vernehmen nach diese Methode mit ausgezeichnetem Erfolg anwendete, ‚Schulung‘ hörte sich ganz harmlos an, und da die Brille nicht mehr half, beschloß ich, dieses Abenteuer zu wagen.

Kritik in Kürze

„Eiland“, Roman von Aldous Huxley. Dieser letzte Roman Huxleys, 1962, ein Jahr vor seinem Tod veröffentlicht, hat lange auf Übersetzung (von Marlys Herlitschka) und Veröffentlichung warten müssen.

Love ist nicht Liebe

In einem seiner frühen Romane ließ Aldous Huxley eine polyglotte Gesellschaft über die verschiedenen Bedeutungen von love‚ Liebe, amour und amore unter Engländern, Deutschen, Franzosen und Italienern diskutieren.

Kritische Annalen von Walter Jens:: Allwissenheit und Kinderglaube

„Dies sind Fragen, die ich zu beantworten trachten werde“, schrieb Aldous Huxley (freilich auf englisch und nicht in papierenem Deutsch) in seinem letzten, allerletzten und vielleicht bedeutendsten Essay; schrieb diesen Satz mit Selbstbewußtsein, der eigenen Belesenheit und des kombinatorischen Witzes gewiß – und beantwortete seine an eine Diskussion zwischen C.

Ein hochprozentiges Nachschlagewerk

Nachschlagewerke, Wörterbücher, Lexika, Bibliographien, Anthologien wecken im gebildeten Menschen eine Stimmung, für die das Englische die Cockney-Redensart hat: „Ich bin nicht happig, aber ich hab’ gern viel!“ Vor einem Roman von vierhundert Seiten befällt einen das würgende Gefühl, ein Federbett fressen zu müssen, aber vor einem dreimal so dicken Handbuch sperrt man willig den Schnabel auf wie ein Starenjunges vor der Fütterung.

Huxleys Welt

Im Jahre 1931 kam ein Buch heraus, das einen Frontalangriff bedeutete gegen die Idee, daß Wissenschaft unweigerlich den Fortschritt im Gefolge hat: „Brave New World“ von Aldous Huxley.

Im Brennpunkt des Gesprächs:: Die Teufel von Loudun

Es gibt historische Tatsachen von so extremer Unwahrscheinlichkeit, daß man sie nicht als Romanstoff aufgreifen oder sie in romanähnliche? Form erzählen darf, weil jeder Leser unwillkürlich der krankhaften Phantasie des Erzählers das zuschreiben würde, was in seiner unerschöpflichen Erfindungskraft das wirkliche Leben selbst! sich hat ereignen lassen.

Wenn ich die Grippe habe

Aldous Huxley begeht am 26. Juli seinen sechzigsten Geburtstag. Über sich selbst sagt er, daß er von Beruf Essayist sei, manchmal schreibe er Romane und Biographien.

Huxley nahm Mescalin

Der berühmte englische Schriftsteller Aldous Huxley hat sich schon seit langem von der reinen Romanschriftstellern abgewendet.

Der Teufel – gestern und morgen

Auch in der Romanliteratur gibt es eine Duplizität der Fälle. Zu Weihnachten erschien in deutscher Ausgabe (bei Claassen, Hamburg) der Roman des Schweden Eyvind Johnson, der einen historischen Hexenprozeß aus der Zeit Richelieus zum Thema hat: der Stadtpfarrer von London endete auf dem Scheiterhaufen, weil er angeblich Ursuliner-Nonnen mit schändlichen Visionen behext hatte (vgl.

Lob der Sonnenbrillen

Wenn mich jedoch meine Wanderungen südwärts führen, der Sonne zu, wird mein Vorrat durch drei farbige Brillen bereichert. Das grelle Licht staubiger Straßen, heißer Mauern und des metallisch blaugrünen Himmels schmerzt.

Fortschritt und Freiheit

Der Glaube an den alles überwindenden Fortschritt beruht auf dem Wunsch, für nichts etwas erhalten zu wollen. Er ist so stark, daß er zwei‘ Weltkriege überdauert hat und noch steht, trotz Sklaverei und Bombenteppichen.