: Alexander Jakowlew

R U S S L A N D : Die Erfindung von Russlands Größe

Vladimir Putins Doktrin vom mächtigen Staat ist am Ende. Wo ist Putins großer und mächtiger Staat, der "in Russlands genetischem Code verankert ist"? Wo die starke Hand, die die Mehrzahl der ausländischen Bürger mit Putins Wahl zu finden glaubte? Die Rauchschwaden des brennenden Moskauer Fernsehturms, Verkörperung der Kontinuität von sowjetischer Größe und Technologie - sind sie das Symbol für Russlands eigenen, von westlichen Modellen unabhängigen Weg, den Putin beschwört? Was schließlich vermögen sein "Patriotismus" und sein "Glaube an Russlands Größe" gegenüber dieser keineswegs naturbedingten Anhäufung von Katastrophen zu bewirken? Putin muss sich auf diese Fragen etwas anderes einfallen lassen als eine "neue russische Idee".

Deutschland und die deutsche Einheit: das Thema schien reserviert für die Rechten, für die Gestrigen, war jedenfalls kein Stoff für intellektuelle Debatten. Seit Martin Walsers Plädoyer für die Wiedervereinigung, Ende letzten Jahres in der ZEIT erschienen, hat sich das geändert. Und seitdem der Osten uns täglich mit Neuigkeiten überrascht, wankt die Mauer zumindest in den Köpfen, und die vertrauten Fronten verschieben sich. Fritz J. Raddatz springt in diesem Essay Martin Walser zur Seite. : Deutschland, bleiche Mutter

Keiner unserer Politiker hat derlei vor kurzem noch für möglich gehalten. Keiner von ihnen auch hat es bewirkt. Sie haben – mehr oder weniger schlecht – das Machbare verwaltet.

Vor vier Jahren ist Michail Gorbatschow angetreten, die sowjetische Wirtschaft von Grund auf zu erneuern. Der letzte Beitrag einer ZEIT-Serie sucht nach Auswegen aus dem Dilemma der Erneuerer. : Wandel durch Osmose

Die Sowjetunion baut den Sockel der Weltmacht ab. Sie reduziert Raumfahrt und Rüstung. Akademiemitglied Oleg Bogomolow: "Wir müssen nicht unbedingt die ersten auf dem Mars sein, wenn sich in den Geschäften schon die Mäuse ‚gute Nacht‘ sagen.