: Alexander Kluge

Ein deutsches Trauerspiel, letzter Akt

Da schwitzt jetzt der dicke Helmut Ludwig, zweifellos der beste Filmpressemann, den wir in Deutschland haben, über den Prolongationen seiner Atlas-Wechsel, die er in guter Hoffnung quergezeichnet und weitergegeben hat, für Photopapier, für Plakatlieferanten, für lauter bunte Werbesprüche ans verehrte Publikum, und die Leute gehen sogar wieder häufiger ins Kino als im Vergleich zum vorigen Jahr, aber Bargeld bleibt knapp, und was in die Duisburger Verleihkasse fließt, wird von robusteren Lieferanten, wie etwa der Bundespost, sogleich abgezogen (Atlas-Quartalrechnung für Telephonate: 160 000 DM).

Eine Laufbahn drüben und hüben

Die Jury rangierte ihn als dritten im Deutschen Erzählerpreis. Das nimmt wunder, ist doch seine Arbeit so beschaffen, wie der deutsche Roman der Gegenwart laut Dekret namhafter Kritiker aussehen soll: Er spielt im Deutschland unserer Tage, spielt drüben, spielt hüben und hat einen Helden, wie hiesiger Alltag ihn durchaus hervorbringt, einen, der dieses Deutschland am eigenen Leibe und an eigener Seele erfährt und der mit eigener Person stellvertretend ausdrückt, was es heißt, in sich entzweit und gespalten zu sein.