: Alfred Kantorowicz

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Wussten Sie, dass…: Wiedergewonnene Erinnerung

Lion Feuchtwanger, Golo Mann und Max Ernst wurden im Zweiten Weltkrieg in Frankreich inhaftiert. Wussten Sie, dass bei Aix-en-Provence ein Internierungslager war?

Tagebuch: Der Schakal im Kreml

Erst jetzt wird die ursprüngliche Fassung von Heinrich Manns Kriegstagebuch veröffentlicht

Keiner wurde zensiert wie er

Das Wiederauftauchen von Heinrich Manns Nachlass in Prag ist keine Sensation, sondern Teil einer Geschichte des Verdrängens

Das denunzierte Wort

Verbot, Verrat, Verfolgung: Wie Macht und Ideologie das Schreiben vergifteten

DES MONATS: Der antifaschistische Smoking

Wem die Stunde schlägt, 1936. Ein junger Deutscher, Jahrgang 99, in den Kommunismus emigrierter Sohn aus jüdischem Bürgerhaus, Soldat der Internationalen Brigaden im Kampf für die Spanische Republik, überquert den Rio Guadarrama: "Der weite Mantel, unter dessen tiefem, viereckigem Kragenausschnitt der mittlerweile fast fünfzehn Jahre alt gewordene Smoking trübselig hervorlugte; darüber der Patronengurt, das Gewehr geschultert und mit Pariser Halbschuhen und Socken im eisigen Wasser stapsend – es war überwältigend komisch.

Vor kurzem wurden die Tagebücher Lion Feuchtwangers aus den Jahren 1906 bis 1940 in der Wohnung seiner Sekretärin entdeckt. Zugleich werden Feuchtwangers Tagebuchnotizen aus dem französischen Internierungslager zum ersten Mal veröffentlicht: Zettel aus der Kiste

Einmal im Jahr, zumeist im Sommer, macht sich Professor Harold von Hofe aus Beverly Hills auf den weiten Weg über den Atlantik, schaut in Europa nach dem Rechten, bespricht mit dem Aufbau-Verlag, was als nächstes zu tun sei.

Die Hungerburg

Berlins Künstlerkolonie am Laubenheimer Platz: Eine Erinnerung an ein verlorenes Stück Großstadtkultur

Träume eines Geistersehers

Unter den Funktionären schweigen die Musen. Als die politischen "Flitterwochen" und der kurze Sommer der Euphorie vorüber waren, als ihm der eisige "Parteigeheimrat" Johannes R.

25 Jahre mußte das Hauptwerk eines im Exil gestorbenen großen deutschen Historikers und Schriftstellers auf seine Wiederentdeckung warten. Seine Bücher und Biographie sind Dokumente europäischer Kulturgeschichte.: Die Heimholung des Ernst Kantorowicz

Als Ernst Hartwig Kantorowicz 1963 achtundsechzigjährig in Princeton starb, stellte Marion Gräfin Dönhoff – über ihren Zürcher Lehrer Edgar Salin mit Kantorowicz bekannt – in einem knappen Nekrolog bedauernd und melancholisch fest: "Deutschland" habe diesen nach den USA emigrierten "großen, gefeierten Schriftsteller und Wissenschaftler" offenbar so "total verloren, daß heute nur noch die ältere Generation seinen Namen kennt" (ZEIT vom 27.

Das letzte Gefecht

Als der Kulturhistoriker Wilhelm Dilthey vor mehr als achtzig Jahren den "Lebensverlauf" als ein "vollständiges und in sich abgeschlossenes, klar abgegrenztes Geschehen" beschrieb, das "in jedem Teil der Geschichte, wie in jedem geisteswissenschaftlichen Begriff" enthalten sei, mochte er klassische Zeugnisse für die Entwicklung des abendländischen Persönlichkeitsbewußtseins vor Augen gehabt haben wie Dantes "Vita Nuova" oder Goethes "Dichtung und Wahrheit".

Walter Zadek: Jahrgang Null Null

Er ist so alt wie das Jahrhundert. "Toilettenjahrgang", sagt er, "ich entstamme dem Jahrgang Null Null" – so wie es früher an den Pissoirs zu lesen war –, "1900".

Jede Zeit besteht aus vielen Zeiten

Er ist Kommunist, aber verteidigt "das Vorrecht der Dichter, vernunftlos zu träumen"; er ist Lyriker – aber sein schmales poetisches Werk, in dem es schon 1947 resignierend heißt "Der Worte Wunden bluten heute nur nach innen; / Die Zeit der Wunder schwand.

Die Lebenslüge der Deutschen

Ralph Giordanos radikale Unbeirrbarkeit löst einen Schock aus: die Scham, Deutscher zu sein

Als die Bomben-Angst noch nachwirkte...

Aufgrund neuer Quellen die erste wissenschaftliche Darstellung vom Aufstieg Konrad Adenauers und den Anfängen der Bundesrepublik

Zeitmosaik

Mit diesen Goebbels-inspirierten Gift-Worten warfen braune Barbaren am 10. Mai 1933 die "Schriften" von Sigmund Freud und Tucholsky, Thomas Mann und Erich Kästner, Karl Marx und Magnus Hirschfeld ins Feuer.

Ehrlichkeit macht wahr

Heinrich Mann: Unveröffentlichte Briefe an Alfred Kantorowicz und Arnold Zweig