: André Heller

Gedankenmüll : Syberbergs Kampf

Das Buch ist betitelt "Die freudlose Gesellschaft – Notizen aus dem letzten Jahr" und beginnt mit einer Widmung: "Für die, die das jetzt fünfzehn Jahre am meisten getragen, durch anschauen, zusehen, zuhören, mitlesen, die es ausgehalten fünfzehn Jahre, wovon dies letzte das beste war in Erfolg und endlichem Sieg, wie man so sagt, die das alles dulden mußte ohne produktive Gegenwehr, mit offenen Augen, dienend, aus Liebe, ohne andere Wahl.

Fernsehen : Aus erster und sechster Hand

Wien, wie es singt und klingt, war das nicht. Nicht das Operetten-Wien, mit Musi im Dreivierteltakt, nicht das Schnitzler-Wien, mit den Offizieren, den süßen Maderln und dem Hahnrei aus dem Bürgerstand, nicht das Wien der Kreisler und Qualtinger, mit den bösen Diminutiven und der mörderischen Gemütlichkeit – die Stadt, in der man vom Pissoir und vom "Stefl" in einem Atemzug spricht, in der die Schrammeln Haßgesänge begleiten und Johann Strauß zum Leichenschmaus aufspielt.