: Arthur Miller

Der amerikanische Albtraum

Das FBI hat seine Brecht-Akte freigegeben: Eine Erinnerung an McCarthys Hexenjagd auf Intellektuelle

Willy Lomans Kinder

50 Jahre nach der Uraufführung wird am Broadway wieder Arthur Millers Der Tod eines Handlungsreisenden gespielt. Mit riesigem Erfolg. Wastreibt das Publikum heute, mitten im Jobwunder, in die Mittelstandstragödie?

Was ist wahr?

Kann man "schöne Literatur" über den Holocaust schreiben? Welchen Anspruch erheben die jüngst erschienenen Romane und Erzählungen über KZ und Verfolgung?

Die unversöhnliche Finsternis

Mit Litauen ist es ähnlich wie mit Transsylvanien: Der Eiserne Vorhang hat es einfach verschluckt. Daß man Litauen bis vor ein paar Monaten nicht kannte, läßt sich entschuldigen – mit höherer (und brutaler) Gewalt.

Hohe Kunst des Scheiterns

David Grossman will in seinem Roman erzählen, was nicht zu erzählen ist: den Holocaust

Die Tragödie mit dem Happy-End

Früher einmal war der Produzent ein Impresario. Einer, der im abendlichen Meer der Scheinwerfer, Pelze und Limousinen badete, gutgelaunt und in Eile.

Der Minister als Gärtner

Der chinesische Kommunist auf dem Sofa des Kulturministeriums in Peking, eingerahmt von antiken Porzellanvasen, kettenrauchend, hat die Stimme eines John Wayne-Synchronsprechers.

April: Einmal Gärtner, immer Gärtner

Jeden Winter schwört der amerikanische Schriftsteller Arthur Miller, daß er nie wieder sein eigenes Gemüse ziehen wird. Und jedes Jahr im Frühling erwischt er sich selbst dabei, wie er versunken seine leeren Beete betrachtet, plant, wo er was hinpflanzen wird.

Fernsehen: Welch ein Schauspieler!

Wenn er sagte: „Ich bin todmüde, ich bin gefahren und gefahren“, dann war nicht nur die Stimme noch ein wenig heiserer als sonst, dann zeichnete sich die Müdigkeit auch in seinen Mundwinkeln ab, die Unterlippe schlief ein, und die Augendeckel begannen, so schwer so schwer, ein Gutenachtlied zu summen; wenn er nach frischer Luft verlangte, der Frau befahl, die Fenster zu öffnen, und wenn sie dann sagte: „Aber Willy, sie sind doch offen, die Fenster“, und sie waren wirklich geöffnet, das konnte jedermann sehen, dann sprach er die Sätze mit so traumtänzerischer Betonung, so somnambul und so imperativisch, daß der Betrachter am Bildschirm nicht den eigenen Augen, sondern dem Tonfall des Mannes vertraute, dessen Muskelbewegung am Hals, ein leises Stöhnen bezeichnend, den Anschein Lügen strafte: Das Fenster-Bild trog, die Flügel waren geschlossen, Willy Loman hatte ganz recht.

Unser Kritiker sah:: EIN VOLKSFEIND

Die führenden Dramatiker Amerikas fußen auf Ibsen. Wenn nun einer von ihnen, Arthur Miller, es unternimmt, eines der frühen Gesellschaftsdramen Ibsens für die Gegenwart zu bearbeiten, dann muß man wohl aufmerken.

Theater

Eine Gastpremiere wurde zum Höhepunkt der XIX. Ruhrfestspiele: Das Hamburger Thalia-Theater verlegte seine deutsche Erstaufführung von Arthur Millers Schauspiel „Zwischenfall in Vichy“ in das neue Recklinghäuser Festspielhaus.

Theater

Die Rheinoper eröffnete die Saison mit einer Inszenierung des „Fidelio“, für die der frühere Burgtheaterdirektor Adolf Rott verantwortlich war.

Marilyn Monroe

Frauen mochten sie nicht. Sie waren degoutiert, lächelten überlegen, fühlten sich im Grunde aber eher ein bißchen beunruhigt, wenn irgendein Mann, und nun vielleicht gar der ihrer Wahl, Marilyn Monroe ins Kinoherz geschlossen hatte.

Die Verfolgung ist sein Thema

Der Dramatiker der „Hexenjagd“ ist in den Verdacht geraten, er habe am Beispiel der Hexensich im Neinsagen üben darf. Kaum aber hat Newman seine neue Brille auf der Nase, finden all; – und auch er selbst –, daß er jüdisch aussieht.