: Averell Harriman

Die Rückkehr der vierten Gewalt

Im Juni 1971 veröffentlicht die "New York Times" die geheimen Pentagon-Papiere zum Krieg in Vietnam - es ist der Anfang vom Ende der Ära Nixon

Wedeln am Glatzköpfchen

Sun Valley: Skifahren und Langlaufen in einer einsamen und wilden Landschaft Amerikas

Eine Rolle sucht ihren Darsteller

Vier Jahrzehnte sind in der Geschichte ein ganzes Zeitalter. Vierzig Jahre nach dem Wiener Kongreß stand Europa an der Schwelle zum Krimkrieg; vierzig Jahre nach Bismarcks Reichsgründung glimmte schon die Lunte, die 1914 das Pulverfaß Europa zur Explosion brachte; nur zwanzig Jahre nach den Pariser Konferenzen, die den Ersten Weltkrieg beendeten, brach Adolf Hitler den Zweiten Weltkrieg vom Zaun.

"Für eine sichere Welt"

Oft hat ihn erschreckt und erzürnt, was er in einem langen politischen Leben erfahren mußte: "Es besteht ernsthaft die Gefahr, daß gerade das Bestreben, uns gegen jede erdenkliche Gefahr abzuschirmen, die Aussicht zunichte macht, jemals zu einem Übereinkommen zu gelangen.

Memoiren: Aus Amerikas großer Zeit

Averell Harriman lebt noch. Erst kürzlich hat er, siebenundachtzigjährig, vor dem amerikanischen Senat für die Ratifizierung von Salt II plädiert.

High Noon mit Pulverschnee

Ja mir gehst, zum Skifahrn zu die Ami nach Amerika, so a Spinner; wo uns die Berg’ vor die Haustür’ gestellt sind." Ich nahm dem Gepäckträger am Flughafen München-Riem seinen Kommentar nicht übel, wie könnte er auch wissen, daß es im Wilden Westen außer Rothäuten und Cowboys auch Skipisten und Skihasen gibt, vielleicht steiler, schneller und rasanter als hier.

Pariser Vietnam-Verhandlungen: Wanderer zwischen drei Welten

Eigentlich wollte er nur noch mit Henry Kissinger zusammenkommen, um mit einem Glas Champagner auf die Unterzeichnung der Friedensregelung für Vietnam anzustoßen, die beide bereits Anfang Oktober ausgehandelt hatten.

Streit um Vietnam-Politik

Das Thema Vietnam hat in der vorigen Woche gleich zweimal eine Rolle in der amerikanischen Innenpolitik gespielt. Averell Harriman und Cyrus Vance, beide ehemals Leiter der US-Delegation bei den Pariser Friedensgesprächen, erhoben den Vorwurf, Präsident Nixon habe zu Beginn seiner Amtszeit eine Gelegenheit zum Frieden versäumt.

Frischer Wind aus Amerika

Als John F. Kennedy 1960 auf dem Parteikonvent in Los Angeles die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten der Demokraten erhielt, bezweifelten viele Amerikaner, daß er die Wahl gewinnen könne: Noch nie hatte es in den Vereinigten Staaten einen katholischen Präsidenten gegeben.

Das Ende der Konfrontation

Unsere Nachkriegsbeziehungen zur Sowjetunion nahmen schon während des Krieges Gestalt an. Als Hitler am 22. Juni 1941 Rußland angriff, verkündete Churchill, er betrachte die Sowjetunion als Verbündeten.

Weder Krieg noch Frieden

Mit seinem neuen Fünf-Punkte-Plan für Indochina hat Präsident Nixon zwar noch nicht den Durchbruch zum Frieden erreicht. Aber seine Vorschläge haben doch merklich die inneren Spannungen in Amerika entschärft, die sich seit so vielen Jahren immer wieder an diesem Konflikt entzünden.

Illusionen der Vietnamisierung

Im ersten Amtsjahr Präsident Nixons ist die militärische Beteiligung Amerikas am Krieg in Vietnam laufend vermindert worden.

Nixons Vietnam-Dilemma

Im Schneckentempo ziehen sich die Amerikaner aus Vietnam zurück. Ginge der Abzug ihrer Truppen so weiter wie bisher (25 000 Mann in zwei Monaten), so werden: die letzten GIs glücklich im August 1974 die Heimat wiedersehen.

Schlacht um Saigon

Bei den Pariser Vietnam-Gesprächen hat der amerikanische Chefdelegierte Averell Harriman zum erstenmal harte Töne angeschlagen: Er teilte den kommunistischen Unterhändlern Mitte der vorigen Woche mit, daß die fortwährenden Raketenüberfälle auf die südvietnamesische Hauptstadt Saigon eine Situation heraufbeschworen haben, "die für diese Gespräche die ernstesten Konsequenzen haben könnte".