: Bad Segeberg

Helmut Höge: DDR HEUTE (7): Es störtebekert

Heute taugt die See höchstens noch zur Linderung von "Leid light" – langweilig also, zumal für regressiv sich entsublimierende Kurzurlauber: nahezu ereignislose Strände und allzu harmlose Wellen, über die rund um die Uhr ein paar Lachmöwen kreisen.

Klaus-Störtebeker-Festspiele in neuer Schale: Aus Beton

RÜGEN. – Störtebeker-Festspiele gab es schon zu DDR-Zeiten, nun soll es sie wieder geben. Am 3. Juli ist Premiere. Die Festspiele werden Touristen anlocken, sind also eine gute Sache für Rügen, den Geburtsort des wackeren Seeräubers Klaus Störtebeker – wären da nicht die Bauarbeiten.

Winnetou darf nicht sterben...

DÜSSELDORF. – Was sind wir doch für Glückspilze. Winneou reitet weiter in Bad Segeberg für Deutschland. Und Helmut macht uns unentwegt den Adenauer.

Gewerbegebiet unterm Gipfel

Septemberschnee. Die Bergschuhe gleiten am nassen Fels ab, die kalten Hände suchen mühsam Halt. Bei gutem Wetter muß die Besteigung der Weißseespitze in den Ötztaler Alpen ein Kinderspiel sein – im Grat oberhalb des Nörderschartl bloß noch leichte Kletterei.

Pierre Brice: Indianer altern schneller

Der Regen hatte erst nach der Vorstellung eingesetzt. Zum Glück für das Publikum und die Akteure. Jetzt schlug es sechsmal vom Kirchturm.

Kabinettskultur: Im Haifischbecken

Eva! Wie isses denn jetzt? Mensch! Also wirklich. Das lassen wir Frauen nicht mehr zu, daß mit ’ner Frau so umgegangen wird.

Zeitmosaik

Es gibt Dinge auf der Welt, die sind unausschöpflich. Auf diese wenig tröstliche Einsicht brachte uns die Lektüre der Süddeutschen Zeitung, die in ihrer Ausgabe vom 10.

Überall Musik und Spiel

Längst hat sich das schleswig-holsteinische Musikfestival einen Namen gemacht. Andere Länder streben nach: Nordhessen mit seinem "Kultursommer 89", Baden-Württemberg mit einer Menge internationaler Konzerte oder Oberbayern zwischen Inn und Salzach mit immerhin fast vierzig Konzertaufführungen in Kirchen und Schlössern.

Heroinentzug durch Remedacen: Daß es hilft, ist unerheblich

Die Arztpraxis in der Nähe des Kieler Hauptbahnhofs sieht aus wie alle anderen Praxen auch: ein Tresen zum Empfang der Patienten, Wartezimmer mit Kalender, dem obligaten Geschenk der Pharmaindustrie, Untersuchungsraum und Sprechzimmer.

Zeitmosaik

In der deutschen Litteratur fehlt es vor allem an Lesern, ganz entsetzlich an guten, dankbaren Lesern. Die Schätze liegen bei uns aufgehäuft, wie das Erz in den Gebirgen, dunkel, unausgebeutet, unbenutzt.

Und wie haben sie’s mit der Religion?

Die Grünen sind gute Indikatoren des Zeitgeistes, sehr reaktionsschnell, wenn auch nicht leicht zu entziffern. In dieser Situation kommt dem Buch "Die Grünen und die Religion", herausgegeben von Gunter Hesse und Hans-Hermann Wiebe, Bedeutung zu.

Mutiger Bruder

Der Ausdruck seines ernsten, männlich schönen Gesichtes war fast römisch zu nennen; trotz des tiefdunklen Sammets seiner Augen glänzte in ihnen ein ruhiges, wohltuendes Feuer; die Backenknochen standen kaum merklich vor, und die Farbe seiner Haut war ein mattes Hellbraun mit einem leisen Bronzehauch.

In den letzten Zügen

Seit 1960 hat die Deutsche Bundesbahn auf 419 Nebenstrecken den Personenzugverkehr eingestellt. Sie will ihr Defizit verringern, das allein im vergangenen Jahr 3,12 Milliarden Mark betrug.

Was ist los in Nordelbien? Konservative drohen mit Kirchenaustritt, linke Pastoren verschrecken die Gläubigen. Die Bischöfe ziehen die Notbremse: Eine Sondersynode soll die Einheit retten: Kippt die Kirche aus der Balance?

Sind wir wieder im Jahre 1933? Oder leben wir gar in noch finstereren Zeiten? Jedenfalls hat der Kirchenkampf zwischen Elbe und Flensburger Förde in diesem Monat eine Entwicklung genommen, die solche Schreckensvisionen nahelegen soll: Konservative evangelische Christen der Nordelbischen Kirche gründeten eine "Bekennende Gemeinschaft".