: Bagdad

Kassems Haus-Kommunisten

Aus dem Irak werden neue Unruhen gemeldet: Zusammenstöße zwischen Nationalisten und Kommunisten in Basra und Mosul, antikommunistische Demonstrationen in Bagdad.

Zündstoff in Nahost

Mit orientalischem Gepränge und ebenso spontanem wie wohlorganisiertem Freudenjubel sind dieser Tage in zwei arabischen Ländern sehr ungleiche Ereignisse gefeiert worden, die beide als Beginn einer neuen Ära empfunden werden: In Oberägypten hat Präsident Nasser, begleitet von seinem Ehrengast König Mohammed V.

wer....was....wo....warum...

Während man im Westen immer noch daran herumrätselt, ob die Kommunisten oder die arabischen Nationalisten für das Attentat verantwortlich sind, ist man in den arabischen Hauptstädten fast einhellig der Überzeugung, daß die Nationalisten mit diesem Anschlag die Armee zum Eingreifen gegen die Kommunisten zwingen wollten.

Juli-Programm: Revolution

Seit jenem 23. Juli des Jahres 1952, an dem die Offiziersjunta Naguibs und Nassers den ägyptischen König Faruk aus dem Lande jagte, ist der Juli im Mittleren Osten der Monat der Revolutionen und Überraschungen.

Noch brodelt es in Bagdad

Ist der Irak schon kommunistisch? Wird General Kassem Bagdads Kerensky? Oder hat er das Schlimmste überstanden, hat er die Pläne der irakischen Kommunisten vereitelt? Mitte dieser Woche war es schwierig, auf all diese Fragen eine klare Antwort zu geben.

Balsam für Bagdad?

Wenn es eine Hauptstadt der nichtkommunistischen Welt gibt, die mit Waffen zu beliefern eine Torheit wäre, dann ist es Bagdad", schrieb am Montag der Leitartikler des Manchester Guardian.

Erdölkongreß der Doktrinen

Der erste arabische Erdölkongreß in Kairo stand naturgemäß im Schatten der Ereignisse im Irak, das, wie Jordanien und Tunis, keine Vertreter nach Kairo entsandt hatte.

Wer herrscht in Bagdad?

In einem Lande, in dem die Regierung jegliche parteipolitische Betätigung streng verboten hat, ist es schwer, die Effektivstärke einer bestimmten Partei zu veranschlagen.

Araber hassen Araber

Noch vor wenigen Monaten – genaugenommen im Juli vorigen Jahres – schien die Entwicklung im Nahen Osten durch den Umsturz in Bagdad auf Jahre hinaus festgelegt.

"Imperialist" Nasser

Der Aufstand im Zweistromland ist niedergeschlagen worden. Jene Offiziere der irakischen Armee und jene panarabischen Nationalisten, die den Generalspremier Kassem von seinem durch die Kommunisten gestützten Regierungssessel stürzen wollten, sind gescheitert.

"Bündnishilfe mit allen Mitteln"

Die Vereinigten Staaten sind dem morschen Bagdad-Pakt nicht beigetreten. Offenbar erschien ihnen dieses Vertragsinstrument gar zu schwach.

Im Irak: "Jeden Monat eine Revolution"

Fünf Monate alt ist das revolutionäre Regime des Irak, das in den frühen Morgenstunden des 14. Juli die haschemitische Dynastie aus dem Sattel hob; fünf Monate sind vergangen, seit ein aufgewühlter Mob den verstümmelten Leichnam Nuri Es Saids durch die Straßen Bagdads zerite.

Burgiba brach mit Nasser

Auf die Frage, was er von der Vorstellung halte, die arabischen Völkerschaften könnten sich eines Tages unter einem Fez zusammenfinden, gab der sagenumwobene Lawrence von Arabien einmal die bündige Antwort: "Das ist die Vorstellung eines Irren.

Auszug aus Osteuropa

Im Frühjahr dieses Jahres sagte mir ein kluger alter Politiker in Bagdad: "Der Ostblock hat noch ganz andere Möglichkeiten als Waffenlieferungen, um das Feuer im Nahen Osten zu schüren – weit unverfänglichere und friedfertigere.

Hammarskjöld auf Reisen

Die Krisen kommen heutzutage schnell herum – es ist gar keine Entfernung von Bagdad nach Quemoy. Nur: Wo sie so dicht aufeinander folgen, gerät leicht die eine in Vergessenheit, sobald die nächste die Schlagzeilen erobert hat.

Im blutbefleckten Königspalast von Bagdad

Nach Tagen ungeduldigen Wartens im heißen Damaskus, nach endlosen Palavern in Flugbüros, nach dutzendfachen Erkundigungen, ob der Weg über die Grenze frei sei, kam endlich die Chance: Man bot mir einen Sitz in einer syrischen Militärmaschine an, die nach Bagdad fliegen sollte.

Bagdadpakt ohne Bagdad

Der Bagdadpakt war aus einer türkisch-irakischen Allianz entstanden: Irak war der Eckstein jenes "nördlichen Riegels" prowestlicher Staaten, der alle sowjetischen Expansionsversuche nach Westen von vornherein vereiteln sollte.

Araber mißtrauen dem Westen

Während draußen auf den Staßen die Massen die Ausrufung der irakischen Republik als weiteren Schritt auf dem Wege zur arabischen Einheit feierten, verglich Kuwatli die Bestrebungen der Araber mit dem Ringen des deutschen Volkes um seine Wiedervereinigung.

An Nasser führt kein Weg vorbei

Man sagt, Generale bereiteten nie den zukünftigen, sondern immer den Krieg vor, den sie gerade verloren haben. Genauso unangemessener Methoden bedienen sich die Politiker, die die Fehler der Vergangenheit dadurch wiedergutmachen wollen, daß sie ständig auf der Lauer liegen, um das nächste Mal den Beginn der vorigen Katastrophe schon im Keim zu ersticken.

Erste Bilanz von Bagdad

Was im Irak wirklich geschehen ist, läßt sich im Augenblick, da diese Zeilen geschrieben werden – achtundvierzig Stunden nach dem Bagdader Putsch –, noch kaum übersehen.

Brücken und Dämme, keine Cadillacs...

Als ich im Frühjahr 1952 nach Bagdad kam, war gerade das neue Ölabkommen ratifiziert worden. Viele Leute hätten damals gern, genau wie die Nachbarn in Saudi-Arabien, ganz groß auf die Pauke gehauen: Cadillacs, Paläste und ähnliche kurzlebige Gegenstände.

Der Traum vom Omajaden-Reich

Mit dem Zusammenschluß Ägyptens und Syriens zur Vereinigten Arabischen Republik ist der entscheidende Schritt getan über eine Schwelle, an der die Araber seit Jahrzehnten traumverloren verharrten: der Schritt in Richtung auf eine großarabische Nation.

Keine Ruhe um das Heilige Land

Von Zeit zu Zeit tauchen in den diplomatischen Kanzleien neue Lösungsvorschläge für den arabisch-israelischen Konflikt auf. Der Gedanke, diesen Streit endlich einmal aus der Welt zu schaffen, nachdem er seit fast einem Jahrzehnt die Atmosphäre im vorderen Orient vergiftet, ist verlockend genug.