: Boy Gobert

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Mehrweg-Kaffeebecher: Berlin (!) macht's vor

Hamburg kann sich auf kein Konzept gegen den Kaffeebecher-Müll einigen – in Berlin geschieht etwas. Weitere Themen der "Elbvertiefung": Obdachlose, Vogelgrippe, Markt

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Es ist ja erst 37 Jahre her. Am Bayerischen Staatsschauspiel in München gab man eine Komödie von Herrn Lope de Vega: "Bei Tag und bei Nacht".

Der Liebhaber

Am vergangenen Freitag ist Boy Gobert, 60 Jahre alt, in Wien gestorben. Der glänzende Schauspieler, erfolgreiche Intendant des Hamburger Thalia Theaters (1969-1980), weniger erfolgreiche Intendant in Berlin (1980-1985), bereitete sich gerade auf einen neuen Anfang vor – von der nächsten Saison an wollte er das Wiener Theater in der Josefstadt leiten.

Jörg Müller illustriert Prokofieffs Klassiker: Remake für Märchen

Klassiker müssen viel aushalten. Prokofieffs Märchen "Peter und der Wolf" (noch kein halbes Jahrhundert alt und bereits ein Klassiker) zählt zu den wundersamen Beispielen musikalischer Kunst, die auch schlechte und mediokre Interpretationen souverän überstanden haben.

Gobert geht, Sasse kommt: Die Kulturfunktionäre wursteln weiter: Berliner Possen

Meiner Ohrfeige, wie sie so schallend noch ein Intendant erhalten hat, trennt sich Berlin von Boy Gobert. Der Fünfjahresvertrag mit dem Leiter der Staatlichen Schauspielbühnen (Schiller-Theater, Schloßparktheater, Werkstatt), des größten und am höchsten subventionierten Schauspielhauses im deutschsprachigen Raum, wird nicht erneuert.

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Nun also doch: Nachdem er wiederholt mal von Amtsmüdigkeit und Rücktritt, dann wieder von Amtslust und Vorwärtsverteidigung gegenüber der wachsenden Zahl seiner Kritiker (auch aus dem eigenen Haus) schwadroniert hat, erklärt einer von Deutschlands jüngsten Intendanten, der vierundvierzigjährige Schauspieler Peter Striebeck, seinen Vertrag am Hamburger Thalia Theater nicht über 1985 hinaus verlängern zu wollen.

Begraben die schönen Pläne

Kabale und Liebe" in einer Aufführung der Schinkel-Oberschule Berlin Prenslauerberg. "Auf! Auf! Ruft Mord durch die Gassen!" schrie Horst Buchholz in der Rolle des Wurm.

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Wir waren schon immer eine Patrizierstadt, wir waren schon immer was besonderes ... wir haben gelacht über den Pöbel, der den brotverteuernden Bäckern die Backstuben stürmte vor 300 Jahren, wir haben gelacht, als die schwarzweißroten Fahnen so gut zu unserem gotischen Putz paßten, wir haben den Polizeipräsidenten gewähren lassen, der Juden immerhin in plombierten Zügen zur spanisch-portugiesischen Grenze abtransportieren ließ .

Ich steig aus und mach ne eigene Show: Armer Mann

Es geht los, lange bevor es losgeht. "Könn’ wer?" fragt ein Mädchen in hautengem, schwarz und türkis glänzenden Trikot die Musiker, die schon auf der Bühne sitzen, während sich das Parkett unten langsam fällt.

"Theater heute" wurde zwanzig.: Die Macht und ihr Preis

Die Gegner und die Opfer waren nicht gekommen: Hansgünther Heyme nicht, Stuttgarts Schauspieldirektor, dem die Theaterkritik das Leben verleidet; Boy Gobert nicht, jetzt Intendant in Berlin, den mehr als alles andere jene "Mißachtung" kränkt, mit der die Kritiker seine Thalia-Theater-Arbeit angeblich straften.

An zwei Abenden, in beinahe zehn Stunden zeigt das Hamburger Thalia Theater Goethes "Faust": eine Aufführung, die schon vor der ersten Probe zum Mythos erklärt worden war: Erbarmen mit Faust!

Vorbei! ein dummes Wort", rief Boy Gobert verzweifelt, schrie es fast, es war die zehnte Stunde des Hamburger "Faust". Das Publikum, in den Stunden zuvor eher dumpf-geduldig als angespannt, wachte noch einmal auf: eines der seltsamsten Theaterspektakel der letzten Jahre ging seinem Ende entgegen.

Ich bin ein mutiger Mensch

Ich würde unser Gespräch gern mit einem Kapitel Theatergeschichte beginnen. Damit meine ich nicht die Histörchen der letzten Wochen: also – was hat Herr Klose Herrn Gobert versprochen und was nicht.

Was heißt hier Liebe?

Er hat es überstanden – wir noch lange nicht. Als Boy Gobert Mitte letzter Woche die bisher eindrucksvollste Inszenierung seines Lebens mit dem schockierenden Schlußeffekt beendete, Hamburg zu verschmähen, Berlin zu beglücken, schilderte der Vielbegehrte selber den Vorgang wie das pikante Ende einer Boulevardkomödie: "Ich war mal in Hamburg verliebt.

Senator Tarnowskis Fall

Seit dem vergangenen Sonntag geht es in Hamburgs Kulturpolitik nicht mehr bloß darum, wer demnächst welchen Intendantenposten besetzt; geht es nicht mehr bloß um Boy Gobert oder Dieter Dorn, um Ivan Nagel oder Peter Zadek.

Elefanten, Intriganten, Intendanten

Man mag schon nichts mehr davon hören, nichts mehr drüber schreiben. Das nun schon monatealte Spektakel um die Intendantenposten langweilt die Zuschauer, enerviert die Beteiligten.

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Landesflaggen und Dienstflaggen können als Hißflaggen nur an aufrecht stehenden oder um nicht mehr als 45° geneigten Flaggenmasten gesetzt werden, weil andernfalls, insbesondere bei Anbringung an einem horizontalen Flaggenstock oder beim Hinaushängen aus dem Fenster, der Bär nicht aufrecht stehend, sondern in horizontaler Lage erscheinen müßte.

Wolf gang Ebert: Strandkorbfetzen

Da sitzen Sie also in ihrem Strandkorb am Kampener Strand bei Buhne 16 oder wo sonst auch immer – und keiner kümmert sich so recht um Sie.

Tschüß, Hamlet!

Peinlich: ausgerechnet dem feinen Thalia Theater muß solcher Mangel an Höflichkeit passieren. Das Programmheft zu "Bearbeitung" und Inszenierung von "Hamlet" durch Hans Neuenfels am Hamburger Thalia Theater unterschlägt den Namen des klügsten Schauspielers – Klaus Maria Brandauer.

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Claus Peymann, Stuttgarter Schauspieldirektor, in einem Telegramm an Thomas Bernhard ("Immanuel Kant", demnächst also "Die Milchkanne") – einen Durchschlag des Telegramms hängte Peymann aus Schwarze Brett (!) des Theaters.

Weh dem, der lacht!

Auf der Bühne stehen zwei menschengroße Puppen. Sie sehen aus wie Premierenbesucher des Hamburger Thalia Theaters: der Mann im schwarzen Anzug, die Frau im dekolletierten Abendkleid.

Musik ist Üben

Die Professoren benutzten starke Worte: "Die von der Hamburger Bürgerschaft geplante Integrierung aller Hamburger Hochschulen zu einer Gesamthochschule ist für die Kunsthochschulen sinnlos, gefährlich und substanzzerstörend.