: Carl von Ossietzky

Nichts erfunden, nichts gefälscht?

Es sollte unserer Hochachtung für die politische Haltung und den publizistischen Mut Carl von Ossietzkys keinen Abbruch tun, daß er mitunter selbst seine Freunde und die treuen Leser seiner Weltbühne arg vor den Kopf stieß.

"Hoffentlich knallt es nicht"

Die Grenzbeamten sind noch alle da, konstatiere ich am Ostberliner Grenzübergang, lauter altgewohnte Gesichter, noch keiner in den Westen abgehauen.

Selbst seine Freunde ließen ihn nicht in Ruhe

Eine deutsche Schuld zieht sich mit dem Namen Ossietzky durch beide Nachkriegsstaaten. Von Wiedergutmachung war und ist die Rede, Kleinmut und Kaltschnäuzigkeit oft die antreibende Kraft.

Schändliches Urteil

1931 war der Publizist Carl von Ossietzky wegen Landesverrats verurteilt worden. Jetzt zu seinem 100. Geburtstag, sorgt eine Gruppe von Richtern und Anwälten für die Wiederaufnahme des Verfahrens.

Ausstellung in Hamburg: Ossietzky nie zu spät

Von Ossietzky reden viele, die ihn kaum kennen. Als Studenten der Reform-Universität Oldenburg 1974 ihrer Universität den Namen des tapferen Publizisten und Herausgebers der Weltbühne geben wollten, verhielt sich der SPD-Kultusminister des Landes Niedersachsen "skeptisch gegenüber dem moralischen Anspruch jeder Art von Namensgebung" – und die Landesregierung setzte 200 Polizisten in Marsch, die den Namenszug des von den Nazis in den Tod geschickten Carl von Ossietzky abkratzen mußten.

Wieder Gefängnis für Ossietzky?

Berlin, 10. Mai 1932. Ein Dienstag. Noch ein gutes halbes Jahr Galgenfrist für die erste deutsche Republik. Es ist sonnig und klar.

Der vergessene Opfergang

Der Vater war Jurist, Professor an der Universität Königsberg. Meine Brüder hatten bei ihm studiert, einer bei ihm auch promoviert.

Nobelpreis für Ossietzky: Mutige Tat

Endlich eine gute Nachricht", freute sich Thomas Mann im Herbst 1936 in der Emigration: Der deutsche Pazifist Carl von Ossietzky hatte den Friedensnobelpreis erhalten.

Die Sinngebung des Sinnlosen

Daß Menschen an Erinnerungen leiden können (und daraus möglicherweise somatische Krankheiten ohne organischen Befund resultieren), war die Entdeckung Sigmund Freuds.

Kritik in Kürze

"Memoiren eines Moralisten", von Hans Sahl. Auch wenn der 1902 geborene, 1933 emigrierte, heute in New York lebende Hans Sahl stets nur im zweiten Glied stand und daher retrospektiv seine Bedeutung mitunter aufzuwerten sucht, lohnt die Lektüre seiner Erinnerungen.

Von Friedensstiftern und armen Leuten: Pioniere und Räuber

Wahrscheinlich wird kaum ein anderes Wortzur Zeit so inflationär mißbraucht wie das Wort Frieden. Daß manche mehr oder weniger offizielle Zeitgenossen, die es wie einen Kaugummi zwischen den Zähnen kneten, nicht rot werden vor Scham, hat mit allgemeiner Sprachverwilderung zu tun.

Verbrannte Bücher: Verbrannte Menschen

Fünfzig Jahre fördern nicht nur den Prozeß des Vergessens – sie verharmlosen auch, sie bestärken jedermann in der Neigung zu falscher, weil so bequemer Versöhnlichkeit.

Verfolgungen und Vertreibungen hat es in der europäischen Geschichte immer wiedergegeben. Doch was nach der nationalsozialistischen Machtergreifung in Deutschland geschah, war ohne Beispiel.: Die Bitterkeit des Exils

Die Scheiterhaufen, die am 10. Mai 1933 vor den deutschen Universitäten entzündet werden, lodern als Fanale des Aufstands – oder wie es in der Sprache der neuen Machthaber genannt wurde: der "nationalen Erhebung" – wider den europäischen Geist des Humanismus, der Toleranz und der Aufklärung, gegen Freiheit und Gleichheit.

Gedenkstätte Esterwegen: KZ im Emsland

Esterwegen – Gedenkstätte" – ein kleines Schild an der Bundesstraße 401, die schnurgerade am endlosen Küstenkanal nach Westen zur Ems führt.

Zeitmosaik

Barthes’ Bemerkung, das Auto sei heute, was im Mittelalter die Kathedralen gewesen seien, zielt auf diese Funktion und Fähigkeit, das stilistischphysiognomische Zentrum einer Epoche zu sein.

Pazifismus in Deutschland

Der Pazifismus hat es in Deutschland nie leichtgehabt. Bereits 1892, nach der Gründung der Deutschen Friedensgesellschaft, schrieb (die spätere Friedensnobelpreisträgerin) Bertha von Suttner an den Mitgründer Alfred H.

Ende einer Koloniallegende

Deutsche Herrschaft und Mission in Kamerun René Philombes Roman vom "Weißen Zauberer"

Rosa-Luxemburg-Schule: Als Symbol ungeeignet

Mit historischen Vorbildern tut man sich in der Bundesrepublik gewöhnlich schwer, besonders, wenn jemand auf die Idee kommt, einen Sozialisten auszuwählen.