: Chaim Herzog

Weltbühne: Wer beerbt den Tycoon?

Nach dem Tode Robert Maxwells hatte der Daily Mirror, das einträgliche und auflagenstarke Massenblatt aus dem Maxwell-Imperium, für eine geraume Zeit seine Seiten mit zum Teil nur schwer erträglichen Lobhudeleien auf den verstorbenen Tycoon gefüllt.

Massenkundgebung in Tel Aviv: Nicht ganz koscher

Israels Präsident Chaim Herzog hat die Hand am Puls der Bürger. Nicht der Friedensprozeß in Nahost, auch nicht die fortdauernde Skepsis über die deutsche Vereinigung machten ihm die größten Sorgen, vertraute er vergangene Woche Hans-Jochen Vogel in Jerusalems Präsidentenpalast an – obschon der SPD-Vorsitzende der erste deutsche Spitzenpolitiker war, der seit dem Umbruch in der DDR den jüdischen Staat besuchte.

Gewitterwolken über der Klagemauer

Der Ausgang der Wahl war wie ein Schock, der verstört und lähmt. Zum erstenmal in der gerade 40jährigen Geschichte Israels blieben die Religiösen als Sieger auf der Walstatt der zwölften Parlamentswahl.

Selig sind die Schuldigen

Die Sammlung von Witzen aus dem Dritten Reich, der die Anekdote entnommen ist, erschien zu einem Zeitpunkt, 1952, als man von den Deutschen offenbar noch nicht verlangte, Widerständler gewesen zu sein: "Als wir alle Nazis waren", ist sie überschrieben.

Worte der Woche

"Wir Deutschen müssen mit der schrecklichen Wahrheit leben, daß den Juden in den Jahren des Nationalsozialismus von deutscher Seite unsagbares Leid zugefügt wurde.

Niemals normal

Geschichte ist nicht Vergangenheit, sondern Gegenwart. Was wir sind und haben, ist Gewordenes. So wächst das vermeintlich Abgeschlossene in unsere Zeit hinein.

Worte der Woche

Israel vor der Jahrtausendwende: Welchen Staat wollen die Juden – einen Staat besonderer Art oder einen Staat wie jeder andere? In den kommenden Jahren werden die Weichen gestellt: In die Zukunft auf dünnem Eis

Israel steckt voller Symbole. Beinahe jeder Tag bringt neue Zeichen hervor, die in die Zukunft zu weisen scheinen – wie dieses, eines von vielen aus jüngster Zeit: Zum ersten Mal seit dem Junikrieg von 1967 wurden die jungen Rekruten der israelischen Armee auf dem Hügel mit der ehemaligen britischen Polizeistation von Latrun eingeschworen.

Israels Staatspräsident: Der Krieg als Lehrmeister

Das war selbst für israelische Verhältnisse ungewöhnlich: Der Staatspräsident, in der Öffentlichkeit sonst zur Zurückhaltung verpflichtet, mußte sich rechtfertigen.

Letzte Chance

Die Qual nach der Wahl: Drei Wochen lang bemühte sich der israelische Regierungschef-Kandidat Schimon Peres, mit dem amtierenden Ministerpräsidenten Jitzhak Schamir über die Bildung einer großen Koalititon einig zu werden.

Meir Kahane in Israels neuem Parlament: Der Rabbiner aus der Pandora-Büchse

Es war ein Trauerspiel, kein Stück zum Lachen. Dreimal forderte der provisorische Parlamentspräsident und Innenminister, Josef Burg, den neuen Abgeordneten auf, wie seine 119 Kollegen die einfache Eidesformel zu sprechen: "Ich verpflichte mich!" Und dreimal zog der Gemaßregelte einen Zettel aus seiner linken Brusttasche und zitierte zusätzlich eine Zeile aus einem Psalm.

NAMEN UND NACHRICHTEN

Schimon Peres soll israelischer Ministerpräsident werden. Staatspräsident Chaim Herzog beauftragte den Vorsitzenden der Arbeiterpartei mit der Regierungsbildung; Peres hat jetzt drei Wochen Zeit, entweder mit dem Likud Jitzhak Schamirs eine große Koalition zu bilden oder im Bündnis mit einer Vielzahl von kleinen Parteien eine Parlamentsmehrheit zu schaffen.

Israel: Der Generals-Präsident

Menachem Begin hat eine Schlacht verloren: Nicht der Kandidat des Regierungschefs, der unbekannte Oberrichter Menachem Elon, wurde von der Knesset zum neuen israelischen Staatspräsidenten gewählt.

Die vier Jahre des Menachem Begin

Was wurde nicht alles über Menachem Begin gesagt, wie wurde der israelische Ministerpräsident bissigem Spott ausgesetzt: krank sei er, müde, seines schweren Amtes überdrüssig.

Aus der Rede des UN-Chefdelegierten Chaim Herzog: Die Antwort des Israeli

Sie wagen es hier, von Rassismus zu sprechen. Ich aber kann, voller Stolz, auf die arabischen Minister verweisen, die meiner Regierung dienten, auf den arabischen Vizepräsidenten unseres Parlaments, auf eine Vielzahl arabischer Offiziere und Mannschaften, die bei unseren Grenztruppen und in unserer Polizei Dienst tun, wo sie häufig jüdische Einheiten anführen, auf die hunderttausende Araber, die Jahr für Jahr von überall her in unsere Städte strömen, auf die vielen tausend Araber, die sich von unseren Ärzten kurieren lassen.