: Dietrich Fischer-Dieskau

"Schuberts Winterreise": Fremd bin ich eingezogen

Der Startenor Ian Bostridge hat ein Buch über Franz Schuberts Liederzyklus "Winterreise" geschrieben. Der Pianist Alfred Brendel erklärt, warum das so aufregend ist.

Zum Tode von Gustav Rudolf Sellner, bis 1972 Generalintendant der Deutschen Oper Berlin: Hört auf diese Stadt

Gerade in diesen Tagen und Wochen, in denen sich der Prozeß des Zusammenwachsens Berlins und der beiden Teile Deutschlands zwischen hastiger Überstürzung und zögerlicher Bedachtsamkeit zu entscheiden hat, legt die Nachricht vom Tode Gustav Rudolf Sellners es nahe, darüber nachzudenken, „wie alles ward“, um daraus auch ein paar Vorstellungen zu entwickeln über die künftige Opernsituation in Berlin.

Funk für Anspruchsvolle

Der vom Pariser „Club d’Essai“ bestrittene Abend des Dritten Programms im NDR (am 12. Januar) gab deutschen Hörern Gelegenheit, Kenntnis zu nehmen von der Art, wie man beim französischen Rundfunk die Aufgaben eines Dritten Programms anfaßt, bei der Darbietung musikalischer Finessen (Dutilleux’ Ballett „Der Wolf“, Constants so köstliches radiophonisches Opereben „Der Rattenfänger“), bei der Einführung in Interpretation anspruchsvoller Lyrik (Mallarmés „Après-midi d’un Faune“), bei der Umrahmung einer soziologischen Analyse (Georges Friedmann über die negativen und positiven Wirkungen von Rundfunk und Fernsehen auf Hörer und Zuschauer und über die Rückwirkungen von deren Reaktionen auf die Instrumente Rundfunk und Fernsehen).

Schallplatten

Der Liedgesang drohte Anfang dieses Jahrzehnts, mit dem allmählichen Rückzug der Protagonisten, allen voran Dietrich Fischer-Dieskau, auszubluten.

Die schönsten Schallplatten

Richard Strauss: Elektra; Inge Borkh/Jean Madeira/Dietrich Fischer-Dieskau und andere Solisten/Chor der Staatsoper Dresden! Sächsische Staatskapelle/Dirigent Karl Böhm (Deutsche Grammophon Gesellschalt mono 18 690/91, 48,– DM; Stereo §§ 138 690/91, 52 – DM).

Die schönsten Schallplatten

Richard Wagner: Tristan und Isolde; Birgit Nilsson / Regina Resnik / Fritz Uhl / Tom Krause / Arnold van Mill u. a. Solisten / fg Wiener Philharmonisches Orchester / Wiener Singverein / Dirigent: Georg Solti (Decca Mono LXT 2026/30 120,– DM; Stereo SXL 20026/30 130,– DM).

Die schönsten Schallplatten

Joh. Seb. Bach: Messe in h-moll; a) Fritz Werner mit Ingeborg Reichelt, Elisabeth Fellner, Renate Günther, Helmut Krebs, Franz Kelch, dem Heinrich-Schütz-Chor in Heilbronn und dem Kammerorchester in Pforzheim (Erato LDE 3073/75, in großer Seidenkassette 84,– DM); b) KarlRichter mit Maria Stader, Hertha Top per, Ernst Haerfliger, Kieth Engen, Dietrich Fischer-Dieskau und den Münchener Bach-Ensembles (Archiv Produktion der Deutschen Grammophon Gesellschaft Mono 14 190/92, Stereo 198 190/92 je 75,– DM).

Wer ist Barbara Hendricks?

Vor 195 Jahren wurde Mozarts „Le Nozze di Figaro“ zum ersten Male in Berlin „gegeben“, wie man damals zu sagen pflegte, vier Jahre nach der Wiener Uraufführung.

Die neue Schallplatte

Alban Berg: „Jugendlieder“. Natürlich haben alle einmal angefangen, früher, als wir es später erfahren durften. Die Berg-Erben ließen uns – und den hartnäckigen Bittsteller Dietrich Fischer-Dieskau – lange warten, ehe sie uns im oder zum hundertsten Geburtstag des Komponisten eine „Schatztruhe“ (D.

Für Besorgnis kein Grund

So ein Festspielsommer kann dem kritischen Beobachter Anlaß zu allerlei Betrachtungen geben, die bei flüchtigem Hinblick „weit hergeholt“ erscheinen mögen, die indessen dennoch vielleicht näher an den Nerv der Wirklichkeit führen als die routinemäßige bloße Zensurenerteilung.

DIE NEUE SCHALLPLATTE

Ich hatte diesen Zyklus von sechs Orchesterliedern, den Mahler (1860–1911) „eine Symphonie für Tenor, Alt (oder Bariton) und Orchester“ genannt hat, zweimal gehört, neugierig und mit einer gewissen Anteilnahme.

Die neue Schallplatte: Max Reger

Vor einhundert Jahren, am 19. März 1873, wurde Max Reger geboren. Seine Musik galt noch vor wenigen Jahren sowohl bei den Avantgardisten der Moderne als auch denen des neobarocken Purismus so gut wie nichts – den einen war die spätromantisch verklausulierte Harmonik suspekt wie kaum etwas sonst, den anderen galt die auf raffinierte orchestrale Färbungen ausgerichtete Orgelmusik als Degeneration und Entfremdung eines ehemals hochkultivierten Instruments.

Neue Schallplatten:: Brahms – nicht einzuordnen

Alle Versuche, Johannes Brahms für die klassische oder die romantische Schule der Musik mit Beschlag zu belegen, scheitern. Er weist eine ganz neue Substanz auf: Vielgestaltigkeit als organisch geschlossenen Eigenwert.

Musikskandal in der Türkei

Im September brachte Radio Ankara eine Schallplattensendung mit Schuberts Heineliedern aus dem Schwanengesang. Es sang Dietrich Fischer-Dieskau.

Sellner, Karajan und Felsenstein

Die Oper in Westberlin ist in einer ganz anderen Lage als das Schauspiel. Für Boleslaw Barlog ist es wichtig zu wissen, was Piscator, Raeck und Wölffer in ihren Privattheatern aufführen.