: Eberhard von Kuenheim

Verbände: Der neue BDI-Präsident muß die gravierenden Strukturprobleme der Industrielobby lösen : Eckiger Kreis

Tyll Necker nahm die Sache von der positiven Seite: "Wann gab es das schon einmal, daß wir zwei gleich qualifizierte Kandidaten zur Auswahl hatten?" Doch wird es nicht sein Favorit sein, der ihn Anfang kommenden Jahres als Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) ablösen soll: Anstelle des von Necker im Juli zur Kandidatur überredeten 61jährigen Vorstandsvorsitzenden der Hamburger Holsten-Brauerei, Klaus Asche, soll der sieben Jahre jüngere IBM-Manager Hans-Olaf Henkel die deutsche Industrie repräsentieren.

Wirtschaftsstandort: Deutschland bleibt im Industriezeitalter stecken. : Fortschritt fängt im Kopf an

Wenn Berthold Leibinger, Chef von Trumpf, einem Unternehmen des deutschen Werkzeugmaschinenbaus, über den Standort Deutschland redet, gerät er ins Klagen: "Für eine Arbeitsstunde in unserer Fabrik in der Schweiz zahlen wir knapp 78 Prozent dessen, was wir in Stuttgart bezahlen, an unserem Standort Frankreich sind es 68 Prozent, an unserem Standort USA 66 Prozent.