: Ernst Reuter

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Cumhuriyet: Sie holen uns

Um fünf Uhr morgens stürmten Polizisten die Wohnungen von 18 Journalisten der Zeitung "Cumhuriyet". Erdoğan will die letzte kritische Pressestimme zum Schweigen bringen.

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Muslime: Mein idealer Islam

Menschenrechte und Demokratie sind nicht nur mit dem muslimischen Glauben vereinbar, sie sind religiös zwingend. Deshalb ist es falsch, nur liberale Muslime zu loben.

Berliner Nahverkehr: Die SOS-Bahn

Stillstand ganz ohne Marx und Engels: Wie die Berliner S-Bahn durch den Kapitalismus aufs Abstellgleis geriet.

20. Juli: "Feiglinge" und "Verräter"

Noch bis weit in die fünfziger Jahre hinein wurden in der Bundesrepublik die Männer und Frauen des Widerstandes denunziert und diffamiert.

Spielen: Vor kurzem wurde in Berlin der Grundstock zu einer Ausstellung unter dem Motto "Die Lust am Denken" gelegt – in Erinnerung an den deutschen Schachweltmeister Emanuel Lasker, der 27 Jahre lang (1894–1921) den Titel innehatte, weit länger als jeder andere.

Unter den vielen Gästen war auch der mehrfache Vizeweltmeister Wiktor Kortschnoj, der eine Benefiz-Simultanvorstellung gab und sich als Schüler Laskers bekannte. Und der ehemalige Daimler-Benz-Chef Edzard Reuter berichtete gerührt, wie er auf fast schon wundersame Weise in den Besitz des Schachspiels kam, mit dem sein Vater Ernst Reuter, der erste Regierende Bürgermeister Berlins, 1934 im KZ Lichtenburg mit dem sozialistischen Arbeiterführer Wilhelm Leuschner gespielt hatte, der später zum Kreisauer Kreis gehörte und nach dem 20. Juli 1944 hingerichtet wurde. (Auch Emanuel Lasker musste Deutschland während der Nazizeit verlassen und starb 1941 verarmt in New York.)

Aufzeichnungen aus einem Totenhaus

Kurz bevor die Abrissbagger kommen, sammeln sich noch einmal die Kämpfer für den Palast der Republik

Hamburg: "Eintracht im Innern"

In seiner Rede anlässlich des Senatsempfangs zu seinem 85. Geburtstag kritisierte Bundeskanzler a. D. und ZEIT-Herausgeber Helmut Schmidt das Regierungssystem in den Stadtstaaten Hamburg, Bremen und Berlin. Er sagte, Hamburg leide "an einer bisweilen übertriebenen Parteilichkeit" und stellte die Frage nach der Daseinsberechtigung der kleinsten deutschen Länder. Vielmehr sprach er sich für ein Gleichgewicht zwischen einem "aus erstklassigen politischen Fachleuten zusammengesetzten Senat" und einer "wachsam kontrollierenden Bürgerschaft" aus (Hamburger Rathaus, 19. Januar 2004)

SchÖpferisch: Ich habe einen Traum

Edzard Reuter, 75, ist der Sohn des früheren Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Ernst Reuter. Nach einem Physik-, Mathematik- und Jurastudium bewarb er sich als 29-Jähriger bei der Daimler-Benz AG ? und wurde abgelehnt. Er ging zunächst als Prokurist zur Berliner Ufa, dann in die Geschäftsleitung der Bertelsmann Fernsehproduktion in München. 1964 holte ihn Hanns Martin Schleyer nach Stuttgart in die Daimler-Benz-Zentrale. Dort stieg Reuter innerhalb von zehn Jahren zum Vorstandsmitglied auf, 1987 wurde er zum Vorstandsvorsitzenden des Konzerns berufen, 1995 wechselte er in den Aufsichtsrat. Heute ist er Buchautor und vergibt über die Helga und Edzard Reuter-Stiftung Forschungsstipendien "auf dem Gebiet der internationalen Gesinnung und Toleranz". Hier träumt er davon, in Berlin einen neuen Stadtteil zu bauen

Nicht ohne meinen Nazi

Koch, Kohl, Däubler-Gmelin: Warum die Deutschen sich immer wieder in NS-Vergleiche verstricken